WIP-Studie Deutschland ist Europameister in der Gesundheitsversorgung

Nirgendwo sonst verfügen Patienten in Europa über einen derart schnellen Zugang zu neuen Medikamenten, berichtet das WIP.
Nirgendwo sonst verfügen Patienten in Europa über einen derart schnellen Zugang zu neuen Medikamenten, berichtet das WIP. © WIP

Das deutsche Gesundheitssystem aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV/PKV) gehört zu den besten in Europa. Dieses Fazit zieht das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) auf Basis eines aktuellen Ländervergleichs. Demnach erhalten deutsche Patienten einen sehr guten Zugang zu medizinischen Leistungen und müssen am kürzesten auf einen Arzttermin warten.

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Laut der aktuellen WIP-Studie „Zugangshürden in der Gesundheitsversorgung  –  Ein  europäischer  Vergleich“ erhalten drei Viertel der deutschen Patienten (76 Prozent) am selben oder nächsten Tag einen Arzttermin. Damit liegt Deutschland auf Platz eins aller 23 untersuchten Länder (siehe Grafik unten).

Zudem verfügten Patienten nirgendwo sonst in Europa über einen derart schnellen Zugang zu neuen Medikamenten, berichtet das WIP. So vergingen von der Zulassung bis zur Markteinführung hierzulande nur 3,5 Monate, während es in den Niederlanden 5,8 und in Spanien sogar fast 16 Monate seien.

Darüber hinaus zeige der internationale Vergleich eine besonders große Therapiefreiheit im deutschen Gesundheitssystem. „Patienten haben einen direkten Zugang zum Facharzt ihrer Wahl“, so die WIP-Autoren. Während dies in der Mehrzahl der europäischen Länder ausgeschlossen sei.

WIP: Einheitssysteme schlecht für Einkommensschwache

Weitere Zugangshürden, wie hohe Zuzahlungen für ärztliche Behandlungen, seien außerhalb Deutschlands ebenfalls weit verbreitet. „Als unmittelbare Folge dieser Zugangshürden in anderen Ländern ist dort ein separater Gesundheitsmarkt für medizinische Leistungen entstanden, die im öffentlichen System nicht verfügbar sind“, stellen die Autoren fest. Patienten mit niedrigerem Einkommen könnten es sich oftmals nicht leisten, diese Leistungen privat zu zahlen und bleiben den Angaben zufolge „auf das eingeschränkte Versorgungsniveau des öffentlichen Gesundheitssystems angewiesen“.

Die Studie zeige, dass Einheitssysteme keinen besseren, sondern gerade für einkommensschwache Bevölkerungsschichten einen schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung böten als das duale Gesundheitssystem in Deutschland, so das Resümee der Autoren.

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