Rainer Ebenkamp, Leiter Gesundheit Vertriebsunterstützung der Gothaer © Rainer Ebenkamp
  • Von René Weihrauch
  • 22.09.2021 um 08:20
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Der Wettbewerb um die besten Fachkräfte ist in allen Unternehmen ein drängendes Thema. Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) kann ein probates Mittel sein, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Makler sollten diese Chance nutzen.

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) wird in Unternehmen immer beliebter. Laut Zahlen des PKV-Verbands boten 2020 schon rund 13.500 Betriebe ihren Beschäftigten eine bKV an – viermal so viele wie 2015. Rainer Ebenkamp von der Gothaer bestätigt das wachsende Interesse in den Firmen: „Das Interesse ist riesengroß“, so der Leiter Gesundheit Vertriebsunterstützung. Ein Indiz dafür sieht er in der Höhe der Terminvereinbarungsquote: „Bei der bKV liegt sie inzwischen deutlich über den Zahlen anderer Sparten. Viele Arbeitgeber haben erkannt, dass die bKV ein effektives – und dabei preiswertes – Instrument zur Mitarbeiterbindung und Gewinnung neuer Fachkräfte ist. Denn die Leistungen kommen eins zu eins bei den Beschäftigten an.“

Steuerfreigrenze steigt 2022 auf 50 Euro

Zudem sind die Zuwendungen als Sachleistungen für Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei. Ab 1. Januar 2022 gilt das bis zu einer Grenze von 50 Euro, bisher sind es 44 Euro. Unternehmen können die Beiträge als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. All das sind gute Argumente für die bKV. Ebenkamp: „Wir haben in letzter Zeit auch die Erfahrung gemacht, dass Betriebsräte aktiv auf die Firmenleitung zugehen und im Interesse der Beschäftigten eine bKV einfordern. Das ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass laut Umfragen etwa 70 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich eine bKV wünschen.“

Doch nicht nur Betriebe – auch eine wachsende Zahl von Maklerinnen und Maklern entdeckt das Thema bKV offenbar für sich. „Wir verzeichnen im Maklerbereich eine deutlich höhere Nachfrage als noch vor einigen Jahren“, so Rainer Ebenkamp. „Das liegt auch daran, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zur Hauptzielgruppe von Vermittlerinnen und Vermittlern gehören. Die leiden überproportional unter dem Fachkräftemangel und suchen nach Hebeln, sich gegenüber anderen Betrieben aus der Region abzugrenzen, aber auch gegenüber Unternehmen aus der Großindustrie – zum Beispiel durch eine betriebliche Krankenversicherung. Für Makler ergeben sich daraus hervorragende Vermittlungsansätze.“

Zum Einstieg auf inhabergeführte KMU konzentrieren

Maklerinnen und Maklern, die in das bKV-Geschäft einsteigen wollen, rät der Gothaer-Experte, sich vorrangig auf inhabergeführte, kleine und mittlere Unternehmen zu konzentrieren. Der Grund: „In solchen Unternehmen hat der Chef in der Regel ein persönlicheres Verhältnis zu seinen Mitarbeitern als in großen Firmen, er fühlt sich stärker für sie verantwortlich.

Zwar seien auch große Unternehmen daran interessiert, Mitarbeiter möglichst eng an sich zu binden und die besten Fachkräfte zu verpflichten. Nach Rainer Ebenkamps Einschätzung ist das Thema bKV dort trotzdem noch nicht so richtig „angekommen“. Eine Erklärung dafür: „Dort wird häufig rein kennzahlengetrieben gedacht, deshalb ist die Durchdringung noch nicht so hoch. Für Vermittler ist das ein Vorteil, weil einiges an Potenzial brachliegt. Der Nachteil besteht darin, dass in Großunternehmen die Entscheidungswege länger sind als in KMU. Da brauchen Sie einen langen Atem.“

Hier finden Makler Unterstützung

Viele Makler und Unternehmensverantwortliche wünschen sich von den Versicherern mehr Unterstützung in Sachen bKV. Ebenkamp kennt diesen Wunsch und verweist auf Unterstützungstools von Versicherern, über die ausführliche Informationen und Tipps abrufbar sind. „Damit lassen sich teils auch Verträge einfach verwalten. Arbeitgeber können zum Beispiel selbstständig An- und Abmeldungen vornehmen, Adressänderungen einpflegen und einen Überblick über den aktuellen Stand ihrer versicherten Mitarbeiter erhalten.“ Speziell für größere Betriebe sei dies wirklich nützlich.

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René Weihrauch

René Weihrauch arbeitet seit 35 Jahren als Journalist. Einer seiner Schwerpunkte sind Finanz- und Verbraucherthemen. Neben Pfefferminzia schreibt er für mehrere bundesweit erscheinende Zeitschriften und international tätige Medienagenturen.

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