Verbraucherschützer „Handyversicherung alles andere als sinnvoll“

Bis zu 1.019 Euro kostet das iPhoneXR, das in mehreren Farben erhältlich ist. Apples iPhone XS ist mit bis zu rund 1.650 Euro noch teurer. Doch auch diese Preise sind laut Bund der Versicherten kein Grund, eine Handyversicherung abzuschließen.
Bis zu 1.019 Euro kostet das iPhoneXR, das in mehreren Farben erhältlich ist. Apples iPhone XS ist mit bis zu rund 1.650 Euro noch teurer. Doch auch diese Preise sind laut Bund der Versicherten kein Grund, eine Handyversicherung abzuschließen. © dpa/picture alliance

Der Bund der Versicherten (BdV) sieht in Handyversicherungen eher eine smarte Geschäftsidee zum Vorteil der Versicherer und Vermittler als einen smarten Schutz des Kunden. Zwar sei ein Leben ohne Smartphone heutzutage für viele Menschen kaum vorstellbar, die wirtschaftliche Existenz sei durch einen Verlust allerdings nicht bedroht.

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Der Abschluss einer Versicherung sollte der Absicherung existenzieller finanzieller Risiken dienen, so der Bund der Versicherten (BdV). Zwar liege angesichts der Beliebtheit der Smartphones und der Preise, beim neuen iPhone XS immerhin bis zu 1.650 Euro, der Gedanke nahe, es gegen Diebstahl und Herunterfallen absichern zu wollen, aber notwendig sei es nicht.

„Wer bei den Produkten genauer hinsieht, wird schnell merken, dass die Versicherung alles andere als sinnvoll ist“, sagt Bianca Boss, Pressesprecherin beim BdV. „Das fängt schon damit an, dass die Handyversicherung meist eine Zeitwertversicherung ist. Sie erstattet also keineswegs den Kaufpreis, sondern nur den aktuellen Wert des Telefons – und der Wertverfall bei Handys ist hoch“, erläutert Versicherungsexpertin Boss. Zudem sei im Schadenfall meist eine Selbstbeteiligung fällig, die sich an der Höhe des Kaufpreises orientiert.

„Ein weiteres Manko ist der oft fehlende Diebstahlschutz. Dieser muss meist gegen einen zusätzlichen Betrag erworben werden“, so Boss. Das würde die scheinbar günstigen Versicherungsprämien erhöhen – oft sogar um das Doppelte. Ein weiteres Problem sei, dass es im Fall eines Diebstahls zur Leistungsverweigerung kommen kann. Laut BdV leisten einige Versicherer nur dann, wenn das Smartphone permanent beaufsichtigt wurde und die „Abwehrbereitschaft“ des Versicherten gegeben war – ein Nickerchen in der S-Bahn könne schnell den Versicherungsschutz kosten. „Einbruchdiebstahl und Raub des Handys sind meist ohnehin über die Hausratversicherung abgedeckt – und zwar zum Neuwert“, erklärt die Verbraucherschützerin.

Eine andere Meinung zum Thema hat dagegen Tobias Haff, Geschäftsführer Betrieb beim Insurtech Massup. Seinen Kommentar dazu lesen Sie hier.

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