Die Deutschen wollen im Zuge der Inflation am ehesten auf größere Anschaffungen und Urlaub verzichten. © Canada Life
  • Von Lorenz Klein
  • 06.10.2022 um 12:59
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Die Ausgaben für Versicherungen runterzufahren, hat für die Deutschen keine Priorität. Um ihr Geld beisammenzuhalten, wollen die Bundesbürger am ehesten auf große Anschaffungen, wie Möbel oder Autos, verzichten. Das ergab eine aktuelle Umfrage. Offen bleibt allerdings, inwieweit die Menschen infolge der Krise beim Neuabschluss zögern.

Viele Menschen in Deutschland kürzen im Zuge der weiter anhaltenden hohen Inflation ihre Ausgaben. Worauf sie in dieser Phase am ehesten verzichten wollen, hat nun das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag des Lebensversicherers Canada Life ermittelt.

Die gute Nachricht aus Sicht der Versicherungsbranche lautet hier: Nur wenige Menschen wollen sich bei Ausgaben für Versicherungen einschränken. Entsprechende Maßnahmen liegen mit nur 9 Prozent auf dem vorletzten Platz aller Einsparmöglichkeiten, wie die repräsentative Civey-Umfrage ergab.

Umfrage erlaubt keine Rückschlüsse aufs Neugeschäft

Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die Marktforscher nur nach Einsparoptionen bei bestehenden Versicherungen gefragt haben. Insofern bildet die Umfrage nicht ab, wie stark sich die Menschen zurückhalten möchten, wenn es um den Abschluss neuer Policen geht. Aus dem Markt gab es bereits Signale, dass einige Versicherungsmakler eine deutliche Kaufzurückhaltung spüren (näheres hierzu erfahren Sie ab Freitagfrüh im aktuellen Podcast-Interview mit Bernward Maasjost, Geschäftsführer des Maklerpools PMA).    

Zurück zur Canada-Life-Umfrage: Demnach verzichten die meisten Befragten (55 Prozent) am ehesten auf größere Anschaffungen wie etwa Möbel oder Autos. Bei Urlaub und Reisen wollen 44 Prozent den Rotstift ansetzen. Ausgaben für die Freizeit folgen dahinter mit 26 Prozent (Mehrfachnennungen möglich, siehe Grafik).

Sparpotenzial wird eher bei Sachversicherungen gesehen

Diejenigen, die aufgrund der Inflation weniger Geld für Versicherungen ausgeben, sehen laut der Studienautoren vor allem in der Sachversicherung Einsparpotenziale: 57 Prozent wollen hier in Zukunft sparen oder tun dies bereits. Dahinter folgt die Risikoabsicherung, bei der 49 Prozent sparen oder sparen wollen. Die private Altersvorsorge wird von 42 Prozent genannt. Bei anderen Versicherungen erklärten 40 Prozent der Befragten ihre Ausgaben zu reduzieren oder dies bereits zu tun – auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Bei der gezielten Frage zu Kündigungen bei Lebens- und Rentenversicherungen aufgrund der aktuellen Inflation zeigt sich, dass die meisten Menschen in Deutschland an ihren bestehenden Verträgen unverändert festhalten. Nur 4 Prozent haben wegen der aktuellen Inflation ihre Versicherung gekündigt, 3 Prozent ziehen eine Kündigung in Erwägung und 1 Prozent hat den Vertrag beitragsfrei gestellt. Beitragsreduzierungen haben die Befragten kaum umgesetzt. Die deutliche Mehrheit von 65 Prozent führt ihre Verträge weiter wie bisher. 28 Prozent der Befragten haben keine Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen oder beantworteten diese Frage mit „Weiß nicht“.

Quelle: Civey-Befragung im Auftrag von Canada Life
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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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