Der Umstieg ins Homeoffice während der Corona-Beschränkungen fiel den meisten Versicherungsmitarbeitern nicht schwer. Viele möchte auch künftig in Sachen Arbeitsort flexibler sein. © picture alliance / Erwin Scheriau / EXPA / picturedesk.com
  • Von Manila Klafack
  • 07.08.2020 um 13:23
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Die Arbeitswelt in der Versicherungswirtschaft wurde nachhaltig von der Corona-Krise beeinflusst. Der Umzug ins Homeoffice gefällt vielen so gut, dass sie das flexible Arbeiten beibehalten wollen. Die Digitalisierung erhält durch die neue Form der Zusammenarbeit ebenfalls einen deutlichen Schub, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Der Versicherungsvertrieb und die Kapitalanlage der Versicherer werden am ehesten unter den Folgen der Corona-Beschränkungen leiden. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Befragung der Versicherungsforen Leipzig im Juni unter 229 Experten aus Versicherungsunternehmen.

Eine weitere Erkenntnis: Die Arbeitsweisen in vielen Unternehmen wurden digitalisiert und das solle auch beibehalten werden, sagen 92 Prozent der Befragten. Fast vier von fünf stimmen ferner der Aussage zu, dass die Abläufe für Krisensituationen getestet und verbessert werden konnten.

Zudem gaben 88 Prozent der Befragten an, der Umzug ins Homeoffice habe problemlos funktioniert – und dort verbringt der Großteil der Beschäftigten auch noch viele Wochen nach dem Lockdown seine Arbeitszeit. Rund 60 Prozent der Befragten gaben im Juni an, an vier bis fünf Tagen in der Woche von Zuhause zu arbeiten. Bei jedem vierten (23,6 Prozent) ist das an zwei bis drei Tagen je Woche der Fall. 14 Prozent arbeiten noch oder wieder ausschließlich im Büro.

Zudem wünscht sich die große Mehrheit von 90 Prozent auch weiterhin eine flexible Wahl des Arbeitsortes, auch für die Zeit nach Corona. Die größte Herausforderung habe bei der Arbeit von zu Hause aus demnach darin bestanden, dass der fachliche und informelle Austausch in der „Kaffeeecke“ fehlte. 87 Prozent geben das an.

60 Prozent sahen bei der Zusammenarbeit/Kommunikation aus dem Homeoffice heraus die größte Herausforderung. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) nennt außerdem die Führung aus der Ferne schwierig. Die technische Ausstattung inklusive der Internetgeschwindigkeit trug bei 40 Prozent der Umfrageteilnehmer zu Problemen in der Zusammenarbeit bei.

Neue Normen in der Arbeitswelt setzen

Damit das mobile Arbeiten künftig funktionieren könne, müssten durch geeignete Kommunikationsstrukturen neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die genannten Herausforderungen zu minimieren und die Vorteile der flexiblen Zusammenarbeit auszubauen, so ein Fazit aus der Umfrage. Die Corona-Krise habe zu weitreichenden Veränderungen in der Arbeitswelt geführt. Darum sei eine der größten Chancen für die Assekuranz, nach dieser Corona-Krise neue Normen in der Arbeitswelt zu setzen.

Der Digitalisierungsschub sei der zweite große Faktor, der der Studie zufolge „auch nach der Krise spürbar sein wird“. Die digitale Kontaktaufnahme sowohl durch die Kunden als auch durch die Vermittler habe deutlich zugenommen.

Auch in anderen Bereichen wie dem Schadenmanagement wurden vermehrt digitale Kontaktmöglichkeiten (E-Mail, Chat oder Webformulare) genutzt, um einen Schaden zu melden. Die Kontaktbeschränkungen haben offensichtlich den digitalen Kundenkontakt befördert. Künftig werden die Ansprüche der Kunden an digitale Kontaktmöglichkeiten weiter steigen, so die Prognose der Versicherungsforen Leipzig.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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