Zwei Smartphone-Nutzer: Ab 2021 muss jede Krankenkasse ihren Versicherten eine ePA anbieten. © Pixabay
  • Von Juliana Demski
  • 02.06.2020 um 12:42
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:20 Min

Spätestens ab 2021 müssen alle gesetzlichen Krankenversicherer (GKV) ihren Kunden eine elektronische Patientenakte anbieten – so schreibt es der Gesetzgeber vor. Laut einer aktuellen Branchenumfrage ist bislang aber nur jede zweite Krankenkasse darauf vorbereitet.

Nur jeder zweite GKV-Anbieter kommt laut einer Umfrage mit den aktuellen Digitalisierungsanforderungen zurecht. Vor allem auf die elektronische Patientenakte (ePA) scheint bislang nur die Hälfte der Krankenkassen vorbereitet zu sein, berichtet das Unternehmen Forgerock, ein Plattformanbieter für digitales Identitätsmanagement. Das soll eine beim Meinungsforschungsunternehmen Yougov beauftragte Studie herausgefunden habe. Für ihre Untersuchung wurden laut Forgerock „203 Personen, die in der Versicherungsbranche arbeiten“, befragt.

Der Hintergrund:

Aufgrund des im April 2020 verabschiedeten Patientendaten-Schutzgesetzes (PDSG) sind alle Krankenkassen dazu verpflichtet, ihren Kunden ab dem 1. Januar 2021 eine elektronische Patientenakte anzubieten. Über die Hälfte der Befragten, die in einer GKV arbeiten, sagen demnach, dass ihr Versicherungsunternehmen für die Implementierung aktuell nicht bereit sei. Glewichwohl ist die Mehrheit der Befragten vom Nutzen der E-Akte überzeugt: 71 Prozent geben an, die ePA „eher gut“ oder sogar „sehr gut“ finden.

Immerhin: 65 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Arbeitgeber die eigene Digitalisierungsstrategie teilweise bereits umgesetzt hätten. Zufrieden sind sie mit diesem Fortschritt aber nicht: Bei der Benutzererfahrung, der Integration von Lieferanten und Dritten sowie technischer Neuerungen, wie etwa Cloud-Dienste oder künstlicher Intelligenz, gibt es laut Umfrage noch Nachholbedarf. Mit den beiden laut eigener Einschätzung der Befragten wichtigsten Themen, nämlich Datenschutz und IT-Sicherheit, ist die Mehrheit mit jeweils 83 Prozent und 78 Prozent aber „eher zufrieden“ oder sogar „sehr zufrieden“.

Die Studienautoren untersuchten außerdem die Angebote der Unternehmen für ihre Kunden. Das Ergebnis: Nur 32 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Versicherung einen 360-Grad-Kundenblick über sämtliche Marken, Abteilungen und Produkte anbietet. Dies zeige ein klares Versäumnis vieler Versicherungen auf, so die Autoren. Denn: Die überwiegende Mehrheit der Befragten (74 Prozent), die solch einen 360-Grad-Blick bereits verwendet, gab an, dass sie dadurch kundenspezifischere Angebote für ihre Versicherten erwarten.

„Die elektronische Patientenakte (ePA) und andere mobile eHealth-Services verbessern die Qualität des Gesundheitswesens, die Sicherheit der Patienten und die Effizienz“, sagt Harald Weimer von Forgerock. „Damit die ePA auch in Deutschland erfolgreich implementiert werden kann, muss sichergestellt werden, dass auch in diesem Bereich eine durchgängige Customer Journey gewährleistet wird, höchste Sicherheitsstandards eingehalten werden und alle gesetzlichen Regelungen berücksichtigt und umgesetzt sind.“

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!