Umfrage Bundesbürger unterschätzen Risiko und Kosten eines Rechtsstreits

Viele Bundesbürger unterschätzen das Risiko, in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden.
Viele Bundesbürger unterschätzen das Risiko, in einen Rechtsstreit verwickelt zu werden. © Roland Rechtsschutz

Viele Bundesbürger unterschätzen die Gefahr eines Rechtsstreits – und auch seine Kosten. Das zeigt eine You-Gov-Umfrage im Auftrag des Rechtsschutzversicherers Roland. Bei der Schätzung, wie teuer ein Verfahren um einen Streitwert von 25.000 Euro werden kann, lagen 79 Prozent deutlich daneben.

31.05.2017 11:57  Drucken

57 Prozent der Deutschen halten es für sehr oder eher unwahrscheinlich, innerhalb der nächsten zehn Jahre in einen Gerichtsprozess verwickelt zu werden. Das zeigt eine im Auftrag von Roland Rechtsschutz durchgeführte Studie des Marktforschers You Gov. Tatsächlich mussten 27 Prozent der Bundesbürger aber innerhalb der vergangenen zehn Jahre vor Gericht – ob als Kläger, Beklagter oder Zeuge. Männer (31 Prozent) traf es dabei häufiger als Frauen (24 Prozent).

Die Ergebnisse der Studie zeigen außerdem, dass die Befragten auch die möglichen Prozesskosten unterschätzen. Auf die Frage, wie hoch die Prozesskosten in einem Fall mit einem Streitwert von 25.000 Euro sein könnten, tippten 79 Prozent der Befragten auf höchstens 5.184 Euro – und wichen damit um mindestens 20 Prozent von den tatsächlich anfallenden Kosten in Höhe von 6.483 Euro ab. Lediglich 3 Prozent haben das reale Kostenrisiko mit ihrer Einschätzung annähernd getroffen.

Auch Befragte, die in den letzten zehn Jahren schon einmal in einen Gerichtsprozess verwickelt waren, waren von den hohen Kosten überrascht und schätzten diese im Vorfeld geringer ein (43 Prozent).

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