Umdeckungen in der Unfallversicherung Generali erntet herbe Kritik von Maklern für Bestandsoptimierungsaktion

Die Generali in München: Der Versicherer stößt mit seiner Bestandsoptimierungaktion auf Kritik.
Die Generali in München: Der Versicherer stößt mit seiner Bestandsoptimierungaktion auf Kritik. © dpa/picture alliance

Die Generali erzürnt dieser Tage zahlreiche Makler. Grund ist eine „Bestandsoptimerungsaktion“ in der Unfallversicherung. Kunden mit hoch rabattierten Bestandsverträgen wird eine Umdeckung in Verträge der neueren Tarifgeneration Generali Privat 2013 mit Beitragszuschlägen angeboten. Nehmen sie nicht an, werden die Verträge gekündigt. Makler sprechen von einer „Kamikaze-Aktion“.

| , aktualisiert am 22.06.2016 11:15  Drucken
„Für einen stabilen Kundenbestand und ein solides Fundament ist die Combined Ratio ein guter Indikator. Dieser Wert ist in unserem Unfallbestand bereits seit Jahren nicht akzeptabel. Daher ist es notwendig, Verträge kritisch zu prüfen und den Bestand aktiv weiterzuentwickeln“, so begründet die Generali die „Bestandsoptimerungsaktion“, die sie dieser Tage gestartet hat. Viele Makler haben entsprechende Post von dem Versicherer bekommen. Die Unterlagen liegen auch uns vor.



Die Generali konzentriert sich dabei auf hoch rabattierte Bestandsverträge. Diese sollen zum nächst möglichen Termin gekündigt werden. Der Kunde erhält vom Versicherer den Hinweis, dass ab dem Zeitpunkt dann kein Versicherungsschutz mehr besteht – es sei denn, der Kunde stimme einer Fortführung des Vertrags mit veränderten Konditionen zu.

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Der Kunde soll dann eine Versicherung der aktuellen Tarifgeneration Generali Privat 2013 bekommen. Die Beitragszuschläge liegen bei bis zu 20 Prozent.

Bei Maklern stößt das Vorgehen auf herbe Kritik. Der Makler, der uns die Unterlagen zuschickte, sprach von einer „Kamikaze-Aktion“ der Generali. Die Umstellungsaktion geschehe unabhängig von der Kundenverbindung und der Schadenquote, meint er – die meisten Verträge seien schadenfrei.

Auch Makler Tobias Bierl kritisiert auf Twitter: „Nein, so leider nicht, @GeneraliVers ....Schade, da macht man sich bei #Versicherungsmakler nicht gerade beliebt.“

Wir haben die Generali um Stellungnahme gebeten. Eine Antwort liegt derzeit noch nicht vor.

+++ UPDATE +++

Das schreibt die Generali auf unsere Anfrage zu dem Umdeckungen in der Unfallversicherungen im O-Ton:

„Es ist korrekt, dass die Generali Versicherungen einen Teil ihrer hochrabattierten Verträge in der Unfallversicherung sanieren. Darüber haben wir unsere Makler informiert und dem Großteil ein entsprechendes Fortsetzungsangebot unterbreitet.

Sollte der Zeitraum zwischen Information und Versendung der Kündigungsschreiben für unsere Versicherungsmakler zu kurz gewesen sein, möchten wir uns hierfür entschuldigen. Makler, die Fragen zu Generali-Unfallversicherungen haben, können sich gerne an uns wenden."

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