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SZ-Kommentar zur DIW-Rentenlücken-Studie „Bei allen drei Säulen liegt einiges im Argen“

Ein älteres Paar geht in einem Kurpark Hand in Hand spazieren: Für viele Rentner von morgen könnte das Geld im Alter nicht reichen, um den bisherigen Lebensstandard zu halten.
Ein älteres Paar geht in einem Kurpark Hand in Hand spazieren: Für viele Rentner von morgen könnte das Geld im Alter nicht reichen, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. © dpa/picture alliance

Trotz privater Vorsorge über eine Riester-Rente oder eine Betriebsrente werden sich viele Menschen im Alter gewaltig einschränken müssen, wie Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen. „Die Riester-Rente ist politisch gescheitert“, schlussfolgert ein Kommentator der Süddeutschen Zeitung – ein „einfaches, kostengünstiges und staatlich gefördertes Standardprodukt“ sei der bessere Weg.

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Die Zahlen, die die Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie zu Tage befördert haben, bergen Sprengkraft: 58 Prozent der Erwerbstätigen, die 55 bis 64 Jahre alt sind, könnten ihren Lebensstandard im Alter nicht halten, wenn sie sich allein auf ihre Anwartschaften aus der gesetzlichen Rente sowie der betrieblichen Altersversorgung oder Beamtenpensionen verließen (wir berichteten). Im Schnitt läge die potenzielle Versorgungslücke bei 700 Euro im Monat, wenn die Betroffenen jetzt in Rente gingen. Private Versicherungen, zu denen die DIW-Forscher auch Riester- und Rürup-Renten zählen, könne diese Lücke nur geringfügig von 58 auf 56 Prozent schmälern.

Ein Journalist der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat diese Zahlen nun zum Anlass genommen, um die Riester-Rente in einem Kommentar für „politisch gescheitert“ zu erklären. „Gewiss, wer mit einem guten Vertrag Zulagen und Steuervorteile stets voll ausschöpft, hat für sich ein gutes Werk getan“, gibt Autor Thomas Öchsner zwar zu bedenken. Allerdings habe es die Riester-Rente nicht vermocht, das sinkende Rentenniveau auszugleichen. „Und das sollte sie ja tun“, glaubt Öchsner. Dafür seien die meisten Verträge zu niedrig verzinst, die Kosten zu hoch, die Förderung zu kompliziert, so der Journalist.

Doppelte Beitragslast in der bAV sei abzuschaffen

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) kommt beim Kommentator nicht viel besser weg. Viele Firmen täten hier zu wenig. Dabei sei die Betriebsrente für sie eigentlich „eine gute Möglichkeit, Fachkräfte an sich zu binden“. Zudem kranke die bAV daran, dass gesetzlich Krankenversicherte „noch immer krasse Einbußen“ bei der Auszahlung ihrer Betriebsrente hätten, weil darauf weitgehend der volle Krankenkassenbeitrag fällig werde. „Diese doppelte Beitragslast gehört abgeschafft“, fordert Öchsner.

Außerdem ist der Autor der Ansicht, dass sich die private Vorsorge nur durch ein „einfaches, kostengünstiges und staatlich gefördertes Standardprodukt wieder ankurbeln“ lasse.

Bei allen drei Säulen liege „einiges im Argen“, fährt der SZ-Reporter fort. So lasse sich etwa mit dem Vorschlag der SPD, ein niedrigeres Rentenniveau dauerhaft zu verhindern, Altersarmut „nicht zielgenau bekämpfen“. Wer nur wenig oder gar nicht in die Rentenkasse eingezahlt habe, werde auch bei einem stabilen Rentenniveau und mit vielleicht dann 50 oder 100 Euro mehr Rente weiter zum Sozialamt gehen müssen, schreibt Öchsner. Geld auf diese Weise zu verteilen, koste viele Milliarden, viel gewonnen wäre dadurch nichts, heißt es.

„Man wird über eine längere Lebensarbeitszeit reden müssen“

Stattdessen sei es klüger, eine per Steuer finanzierten Mindestrente zu entwickeln nach dem Vorbild anderer Länder. „Das könnte die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung erhöhen“, findet der Autor. „Auch wird man über eine längere Lebensarbeitszeit reden müssen, ohne dass diejenigen, die es nicht schaffen, noch länger zu arbeiten, darunter leiden dürfen.“

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