Studie Mittelstand nicht ausreichend vor Cyber-Risiken geschützt

Die Grafik zeigt: Je größer ein Unternehmen, desto mehr Verssicherungen hat es.
Die Grafik zeigt: Je größer ein Unternehmen, desto mehr Verssicherungen hat es. © Gothaer

Rund ein Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind sich der Gefahr durch Cyber-Risiken bewusst – trotzdem sorgen sie nicht ausreichend vor. Das zeigt eine aktuelle Studie des Versicherers Gothaer.

06.07.2017 15:50  Drucken

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) sind sich möglichen Bedrohungen durch Cyber-Risiken bewusster als noch vor zwei Jahren: 35 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass ihr Unternehmen von einem solchen Risiko konkret betroffen sein könnte. Ein Drittel hält einen Angriff auf die IT-Infrastruktur für eine der größten Gefahren (32 Prozent), so das Ergebnis einer aktuellen Studie der Gothaer.

Es bleibt beim Bewusstsein allein

Doch allem Problembewusstsein zum Trotz: Nur 9 Prozent der Unternehmen haben sich mithilfe eines passenden Versicherungsschutzes abgesichert. 2015 waren es erst 7 Prozent. 

In den Unternehmensstrukturen werden digitale Prozesse immer wichtiger.

Auf die Fragen „Welchen Bereich des Betriebes schätzen Sie am wertvollsten ein? Wo würde ein Schaden die größten Verluste verursachen?“ nennen 34 Prozent an erster Stelle, dass ihnen ihre Computersysteme und Daten am wertvollsten sind (2015: 31 Prozent), an zweiter Stelle (23 Prozent) kommen Gebäude im Firmenbesitz.

Was ist neben Cyber wichtig?

KMUs sorgen auch in anderen Bereichen vor: Zur Gebäudesicherung werden vorrangig Brandmelder (72 Prozent) eingesetzt sowie die Feuerlöscher regelmäßig gewartet (67 Prozent). Als weniger wichtig gelten Sprinkleranlagen (35 Prozent) und Hochwasserschutz (11 Prozent).

Und auch die Maschinen bekommen Schutz: 69 Prozent der KMUs lassen ihre technischen Anlagen regelmäßig warten. 36 Prozent sorgen für einen regelmäßigen Austausch.

Insgesamt sichern sich 45 Prozent aller KMUs in Deutschland mit bis zu drei Policen ab. Bei einem weiteren Drittel sind es immerhin sechs. Gut ein Drittel aller KMUs gibt monatlich bis zu 500 Euro für ihre Versicherungen aus. 

Keine regelmäßigen Check-Ups

Dabei fällt auf: Mehr als jedes zweite KMU (58 Prozent) führt keinen jährlichen Versicherungs-Check-Up durch.

Immerhin 42 Prozent kümmern sich jedes Jahr um die Überprüfung ihres Versicherungsschutzes, 2015 waren dies allerdings noch 46 Prozent. 32 Prozent der KMUs nehmen sich alle zwei Jahre Zeit für einen Policen-Check. 15 Prozent kennen das eigene Prüfintervall nicht. 

Zudem zeigt sich, dass sich 45 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen mit nur bis zu drei Versicherungen absichern, ein weiteres Drittel besitzt weniger als sechs Policen. Dabei gilt: Je größer der Betrieb, desto mehr wird auf Schutzmaßnahmen geachtet: Deutlich mehr Versicherungen, nämlich mehr als sechs, sind bei 35 Prozent der größeren Unternehmen (mit 201 bis 500 Mitarbeitern) zu finden. 36 Prozent besitzen zwischen vier und sechs Verträgen mit Versicherungsunternehmen.

Betriebshaftpflicht-Versicherung dominiert das Feld

Bei der Art der Versicherungen dominiert laut der Studie wie schon in den Vorjahren mit 88 Prozent die Betriebshaftpflicht-Versicherung, gefolgt von der betrieblichen Gebäude-Versicherung mit 65 Prozent. 38 Prozent haben eine Elektronik-Versicherung, 31 Prozent eine Geschäftsinhalt-Versicherung, 32 Prozent eine Betriebsunterbrechungs-Versicherung und 10 Prozent eine D&O-Versicherung.

Quelle: Gothaer
Pfefferminzia HIGHNOON