Für höhere Vertriebserlöse Swiss Life Deutschland will 700 neue Berater einstellen

Jörg Arnold, Deutschlandchef von Swiss Life
Jörg Arnold, Deutschlandchef von Swiss Life © Swiss Life

Swiss Life will sowohl den Finanzvertrieb als auch das Versicherungsgeschäft im deutschen Markt deutlich ausbauen. Dazu plant Deutschlandchef Jörg Arnold bis 2021, mindestens 700 neue Berater einzustellen. In der Debatte um einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung gab sich Arnold betont gelassen, wie sich am Dienstag in einem Pressegespräch zeigte.

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70 Prozent der Deutschen verfügen bislang über keine Absicherung ihrer Arbeitskraft – für Jörg Arnold, Deutschlandchef von Swiss Life, ist das ein entscheidender Fakt, warum sein Haus hierzulande beste Voraussetzungen habe, als „etablierter Spezialist für moderne Produkte in Altersvorsorge und Arbeitskraftabsicherung“ weiter zu wachsen. Und wie. Im Geschäft mit Vorsorge- und Biometrieprodukten soll das Neugeschäft im Jahr 2021 auf 55 Millionen Euro im Jahr steigen – zum Vergleich: 2017 waren es 38 Millionen Euro.

Swiss Life wolle das „Financial Home“ für die deutsche Mittelschicht werden, erklärte Arnold am Dienstag im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Darin erläuterte er die Strategie von Swiss Life speziell für den deutschen Markt bis zum Jahr 2021. Bereits in der Vorwoche hatte Swiss-Life-Chef Patrick Frost die Gesamtstrategie des Unternehmens für die kommenden drei Jahre vorgestellt.

Mindestens 700 neue Berater bis 2021

Die Ziele, die sich Swiss Life in Deutschland gesteckt hat, sind ehrgeizig. So soll das eigene Vertriebsnetzwerk mit exakt 3.538 Beratern (Stand Ende 2017), die unter anderem für die Vertriebstöchter Swiss Life Select und Tecis tätig sind, kräftig wachsen – allen Nachwuchsproblemen zum Trotz, die es im deutschen Versicherungsvertrieb gebe, wie Arnold einräumte.

Konkret lesen sich die Pläne so: Bis 2021 soll die Vertriebsmannschaft um mehr als 700 Köpfe auf mindestens 4.250 Berater wachsen. Dazu will Swiss Life das „Recruiting“ ausbauen, neue Standorte in „lukrativen Regionen“ eröffnen und vor allem junge Menschen an das Thema Finanzvertrieb heranführen. Hier sieht sich das Unternehmen bereits gut aufgestellt: Während das Durchschnittsalter im Vermittlermarkt bei 52 Jahren liegt, ist der Swiss-Life-Berater im Durchschnitt nur 37 Jahre alt.

Mehr Videoberatung und neues Kundenportal

Begleitend zur Einstellungsoffensive plant Swiss Life die Videoberatung auszubauen. Außerdem soll Anfang 2019 ein neues Kundenportal freigeschaltet werden. Einen großen Wettbewerbsvorteil sieht Arnold zudem in der eigenen Vertriebsplattform. Diese böte eine breite Produktpalette mit mehr als 1.500 Anbietern und erfülle sämtliche regulatorische Anforderungen. Wettbewerber bräuchten Jahre um den Vorsprung an dieser Stelle aufzuholen, gab sich der Manager selbstbewusst – zumal Swiss Life die Plattform beständig ausbaue.

Kräftig ausgebaut sollen auch die Einnahmen aus Gebühren und Provisionen – an dieser Stelle konnte Finanzchef Daniel von Borries mit frischen Zahlen aufwarten. Die Provisionserlöse würden bis Ende des Jahres voraussichtlich zehn Prozent über dem Stand von 2017 (359 Millionen Euro) liegen. Für 2021 wird die Zielmarke vom Management deutlich jenseits der 500 Millionen Euro verortet.

Provisionsdeckel? Wird schon werden

Ob die Pläne zur Erlössteigerung aufgehen werden, dürfte nicht zuletzt von der Frage abhängen, ob die Bundesregierung einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung einführen wird. „Wir verfolgen die Debatte intensiv“, sagte Arnold. Das Thema sei aber „noch vollständig offen“. Zugleich warnte der Manager davor, dass Freie Vertriebe durch einen Provisionsdeckel gegenüber Ausschließlichkeitsvertreter „ins Hintertreffen“ gerieten. Das wäre „ordnungspolitisch bedenklich“, so Arnold. Gleichwohl habe er sich angewöhnt, nicht über Regulatorik zu klagen. „Wir vertrauen darauf, dass es am Ende gut wird“, so der Swiss-Life-Deutschlandchef.

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