Immer mehr Rentner werden immer weniger Erwerbstätigen gegenüberstehen. © picture alliance / SvenSimon | FrankHoermann/SVEN SIMON
  • Von Manila Klafack
  • 30.09.2021 um 12:36
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In Deutschland werden immer mehr Rentner immer weniger Erwerbstätigen gegenüberstehen. Bis zum Jahr 2035 werden voraussichtlich rund 20 Millionen Menschen älter als 67 Jahre sein - das sind rund 4 Millionen mehr als heute, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Zudem präsentieren die Statistiker einen überraschenden Fakt.

Bis zum Jahr 2035 werden voraussichtlich rund 20 Millionen Menschen älter als 67 Jahre sein. Zum Vergleich: Derzeit liegt dieser Anteil bei rund 16 Millionen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der ersten mittelfristigen Bevölkerungsvorausberechnung mit.

Eine weitere Erkenntnis, die nicht wenige überraschen dürfte: Die Lebenserwartung ist demnach zuletzt kaum noch angestiegen. Seit etwa zehn Jahren schwächt sich der Anstieg im Vergleich zu den Jahrzehnten zuvor ab.

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Destatis stellte in dieser Untersuchung fest, dass sich die Corona-Pandemie bisher vor allem auf die Sterblichkeit und die Wanderungen auswirkte. So hätten die Reisebeschränkungen die Migration nach Deutschland sowie die Abwanderung beeinflusst. Im Jahr 2020 seien rund 220.000 Menschen mehr nach Deutschland gezogen, als abgewandert. Der Wanderungssaldo sei damit im fünften Jahr rückläufig.

Wanderungssaldo stagniert aktuell

Eine der beiden Wanderungsannahmen der mittelfristigen Vorausberechnung zeige, wie sich die Bevölkerung entwickeln würde, wenn der Wanderungssaldo auf dem Niveau des Jahres 2020 verharren würde. Die andere Annahme der Statistiker veranschaulicht die Auswirkungen eines deutlich höheren Wanderungssaldos von jährlich 380.000 Personen im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2035.

Trotz der veränderten Ausgangsbedingungen im Jahr 2020 verschiebe sich auch nach der aktuellen Rechnung das Verhältnis der Menschen im Rentenalter (ab 67 Jahre) zur Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (von 20 bis 66 Jahren) beträchtlich.

Je nach Höhe des Wanderungssaldos würden im Jahr 2035 zwischen 41 bis 43 Personen ab 67 Jahren auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 66 Jahren kommen. Im Jahr 2020 betrug dieser sogenannte Altenquotient 31. Nach den Ergebnissen der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung auf Basis 2018 – ohne Berücksichtigung der Effekte der Pandemie – läge der Altenquotient im Jahr 2035 zwischen 43 und 46.

Flächenländer besonders von Überalterung betroffen

Besonders deutlich wirke sich die Überalterung der Gesellschaft in den Flächenländern aus, aktuell insbesondere im Westen. Hier würde die Zahl der Menschen im Rentenalter in den nächsten 15 Jahren mit einem Plus von 25 Prozent besonders stark zunehmen. In den ostdeutschen Flächenländern, in denen die Bevölkerung im Durchschnitt seit der Wiedervereinigung bereits deutlich älter ist als im Westen, wird die Zahl der ab 67-Jährigen bis 2035 um 13 bis 14 Prozent steigen.

Mit einem ähnlichen Anstieg von 12 bis 13 Prozent ist bei den Stadtstaaten zu rechnen, allerdings ist hier die Bevölkerung im Durchschnitt jünger als in den Flächenländern. Im Jahr 2035 werden infolge dieser Entwicklungen in den westlichen Flächenländern zwischen 23 und 24 Prozent der Bevölkerung 67 Jahre und älter sein. Dies entspricht etwa dem aktuellen Anteil der ab 67-Jährigen in den östlichen Flächenländern im Jahr 2020 (23 Prozent).

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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