In vielen Romanen und Filmen finden sich die Protagonisten plötzlich in einer manipulierten Welt wieder. Angela Bennett, alias Sandra Bullock, war nicht länger eine im Home-Office arbeitende Computerspezialistin, sondern verfing sich in „Das Netz“ in Intrigen und war ihrer Identität beraubt. Der erfolgreiche Anwalt Robert Clayton Dean (Will Smith) geriet ins Visier der CIA, ohne es zu wissen. Unvermittelt war er der „Staatsfeind Nummer 1“.  Und all das durch ein paar Eingriffe in persönliche Computerdaten, wie Sozialversicherungsnummer oder polizeiliches Strafregister. Wie leicht lässt sich das eigene Leben auf den Kopf stellen.

Dass diese Beispiele nicht nur Fiktion sind und als Plot für Blockbuster geeignet, beweisen viele Hackerangriffe auf Unternehmen und Privatpersonen der vergangenen Jahrzehnte. Wenn sich die Folgen auch nicht ganz so dramatisch darstellen wie bei den Filmfiguren von Will Smith oder Sandra Bullock, hat sich aus der Cyberkriminalität ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt.  

Angesichts dieser Tatsache ist es erstaunlich, dass viele Internetnutzer immer noch auf Passwörter aus reinen Zahlenfolgen wie „123456“ oder „hallo“ oder „passwort“ und Abwandlungen davon setzen. Diese schwachen Passwörter nutzen laut einer Untersuchung des Hasso-Plattner-Instituts unter 12,9 Millionen E-Mail-Adressen mit der Domain-Endung .de. Christoph Meinel, Direktor des Instituts empfiehlt, diese Zugangsdaten schnellstmöglich zu ändern. Für kriminelle Hacker sei es ein Leichtes, so Zugriff auf persönliche Informationen zu bekommen. „Passwörter, die aus maximal sechs Zeichen bestehen, können innerhalb weniger Minuten errechnet werden“, so der Experte.

Ebenso gefährlich ist es, bei der Nutzung öffentlicher Computer, seinen Account nicht richtig zu schließen, oder gar das Passwort beim Einloggen auf dem Computer zu speichern. Und dass Spam-Nachrichten nicht nur das Postfach zuschütten und nerven, sondern gleichermaßen gefährlich sein können, ist bekannt. Die zahlreichen so genannten Pishing-E-Mails zielen darauf ab, sensible Daten abzugreifen. So tarnen sie sich als offizielle Nachrichten von beispielsweise Banken. Sie fordern den Empfänger auf, etwa das Passwort preiszugeben. Zudem gehört nicht nur der Datenklau zur Cyberkriminalität, auch Mobbing in den sozialen Netzwerken nimmt zu und Fake-Shops stellen eine weitere wachsende Gefahr dar.