War auch auf dem Hauptstadtgipfel: AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. © AfW
  • Von Juliana Demski
  • 10.12.2018 um 10:55, aktualisiert am 10.12.2018 um 11:03
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Kürzlich trafen sich erneut Vorstände und Geschäftsführer der Finanzdienstleistungsbranche sowie Politiker zum jährlichen AfW Hauptstadtgipfel. Hauptthema in diesem Jahr: der geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung. Viele Vermittler erwarten hohe Umsatzeinbußen, sollte er in Kraft treten.

Auf dem 15. Hauptstadtgipfel des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW war der Provisionsdeckel in der Lebensversicherung das vorherrschende Thema. Über 40 Vorstände und Geschäftsführer der Finanzdienstleistungsbranche diskutierten mit den Bundestagsabgeordneten Carsten Brodesser (CDU) und Frank Schäffler (FDP) sowie Walter Wunsch von der Aufsichtsbehörde Bafin.

AfW-Chef Frank Rottenbacher ging in seiner Ansprache auch auf das 11. AfW-Vermittlerbarometer ein. Demnach erwarten Versicherungsvermittler einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 21 Prozent, sollte ein Deckel auf Lebensversicherungen eingezogen werden. Sollten auch biometrische Produkte vom Provisionsdeckel betroffen sein, gehen sie von einem Umsatzeinbruch von 36 Prozent aus. „Diese dramatischen Zahlen belegen, warum wir uns als Bundesverband so vehement gegen einen Provisionsdeckel einsetzen“, so Rottenbacher.

Bafin ist für Provisionsdeckelung 

Walter Wunsch aus dem Grundsatzreferat Lebensversicherung der Bafin, nannte daraufhin Zahlen aus dem aktuellen Evaluierungsbericht der Behörde. Er verwies darauf, dass zwar die „kalkulierten Abschlusskosten“ um 21,8 Prozent gesunken sind, die Provisionen hingegen nur um durchschnittlich 5 Prozent. Die Bafin sei daher klar für einen Provisionsdeckel.

CDU-Politiker Carsten Brodesser kritisierte, dass die Bafin mit ihren öffentlichen Äußerungen als „Exekutivbehörde Politik mache“ und betonte, dass Gesetze das Parlament verabschiedet. Innerhalb seiner Partei sei man mehrheitlich klar gegen einen Provisionsdeckel. Unter anderem auch, weil dieser Makler treffen und Arbeitsplätze kosten würde.

Kritik aus der Politik 

FDP-Finanzexperte und Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler lehnt den Provisionsdeckel ebenfalls ab, wie er auf dem Hauptstadtgipfel betonte. Im Hinblick auf eine mögliche Bafin-Aufsicht für Finanzanlagenvermittler warnte er vor einem „höheren vierstelligen Betrag“, den die betroffenen Vermittler dann für ihre eigene Aufsicht aufbringen müssten. 

„Alle Vermittler haben bereits jetzt schon genug Kosten und Zeitaufwand für das Einhalten aller regulatorischer Pflichten“, kommentierte Rottenbacher zum Schluss. „Daher brauchen wir keine weiteren, existenziell bedrohlichen Belastungen, die zudem keinerlei Auswirkungen auf die Qualität der Beratung haben werden.“ Er als AfW-Vorstand wolle sich in den kommenden zwölf Monaten besonders dafür einsetzen, dass der Provisionsdeckel nicht eingeführt wird.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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