Ist Mitglied der GDV-Geschäftsführung: Jörg Asmussen. © picture alliance / dpa | Oliver Berg
  • Von Juliana Demski
  • 08.06.2020 um 17:19
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Laut einem Medienbericht tüftelt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gerade an einer privat-staatlichen Versicherungslösung, die Pandemierisiken abdecken soll. Der Plan: Das Krisenkonzept soll europaweit verfügbar sein und sogar verpflichtend werden.

Wegen der Corona-Krise will der Versicherungsverband GDV einen neuen Pandemieschutz für kleine und mittlere Unternehmen auf die Beine stellen. Darüber berichtet die „Börsen-Zeitung“. Der Verband will daran nicht nur Versicherer und die öffentliche Hand beteiligen, sondern auch auf den Kapitalmarkt zurückgreifen.

„Es ist ein Konzept, mit dem wir in den deutschen und europäischen politischen Raum gehen“, so Jörg Asmussen, Mitglied der GDV-Geschäftsführung und Leiter der Arbeitsgruppe, gegenüber der Zeitung. Auch gebe es „eine Präferenz für eine Pflichtlösung, aber noch keinen endgültigen Beschluss“, so der GDV-Mann weiter.

Verschiedene Versicherer sind damit einverstanden:

So hatten sich unter anderem Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte und Axa-Geschäftsführer Thomas Buberl bereits für einen staatlich-privaten Versicherungsschutz gegen Gefahren wie Corona ausgesprochen. Die Versicherungsbranche könne solche Systemausfälle bisher nicht beherrschen, so Bäte gegenüber dem Blatt. „Ich wäre dafür, auf europäischer Ebene einen Fonds einzurichten, in den die Versicherungsbranche einzahlt und den man in Krisensituationen anzapfen kann – und zwar nicht nur für Pandemien, sondern auch für schwere Naturkatastrophen. Der Klimawandel wird so gravierende Folgen haben, dass es gut wäre, sich dafür ein Polster zuzulegen.“

R+V-Vorstandschef Norbert Rollinger sieht das ähnlich – er sei sich aber auch sicher, dass die Versicherer eine solche Pandemieversicherung nicht allein stemmen können, wie er dem Portal „T-Online“ bereits vor einigen Wochen verriet. „Wir reden von Hunderten Milliarden Euro, einem nennenswerten Teil unseres Bruttoinlandsproduktes“, so Rollinger. „Zum Vergleich: Die gesamte Versicherungsbranche nimmt jedes Jahr mittels Prämien rund 200 Milliarden Euro ein – und zwar für alle Versicherungen, die sie anbietet. Die Schäden, mit denen wir rechnen müssen, stellen also ein Vielfaches dieser Summe dar.“ Müsse die Branche das alleine stemmen, bestünde die Gefahr, dass sie selbst bei der nächsten Pandemie untergehen würde, so der Manager.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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