Einer älteren Frau wird im "Cura Seniorencentrum" in Pasewalk die Hand gereicht. © dpa/picture alliance
  • Von Lorenz Klein
  • 25.08.2017 um 10:47
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Die deutlichen Verbesserungen für Demenzkranke und in der häuslichen Versorgung haben die Ausgaben der Pflegeversicherung regelrecht explodieren lassen: Im ersten Halbjahr 2017 kletterten die Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro.

Zu Jahresbeginn ist die zweite Stufe der Pflegereform in Kraft getreten. Dadurch bekommen in diesem Jahr rund 200.000 Menschen Pflegeleistungen, die sonst leer ausgegangen wären. Vor allem wer an Demenz leidet oder Probleme mit der Alltagsbewältigung hat, ist seither besser gestellt.

Diese Leistungsverbesserungen machen sich nun in Form von deutlichen Kostensteigerungen in der Pflegeversicherung bemerkbar: Nach Angaben des Kassen-Spitzenverbands stiegen die Ausgaben in der ersten Jahreshälfte um rund 5,5 Milliarden Euro auf 20,8 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr verzeichnete die Pflegeversicherung Ausgaben von 29,7 Milliarden Euro. Diese Zahl wird 2017 mit Sicherheit übertroffen werden. So erwartet der Verband, dass die Gesamtausgaben für die Pflegekassen bis Jahresende bei deutlich mehr als 37 Milliarden Euro liegen werden.

Trotz Beitragssteigerungen bleibt ein Defizit

Dem stehen geschätzte Einnahmen von rund 34 Milliarden Euro gegenüber, berichtet Spiegel Online. Auch hier sind Zuwächse zu verzeichnen. Der Grund: Zu Jahresbeginn wurden die Beiträge um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 Prozent für Eltern sowie 2,8 Prozent für Kinderlose angehoben.

Das Defizit solle aus den bestehenden Rücklagen der Pflegeversicherung von rund 9,4 Milliarden Euro ausgeglichen werden, so der Bericht.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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