Michael Kurtenbach ist Vorstandsvorsitzender der Gothaer Lebensversicherung AG. Dr. Sylvia Eichelberg ist Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung AG. © Gothaer
  • Von Sabine Groth
  • 30.09.2021 um 11:02
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Gerade mittelständische Unternehmen müssen attraktiver für Mitarbeitende werden, um im Kampf um qualifiziertes Personal mithalten zu können. Die Gothaer- Vorstände Sylvia Eichelberg und Michael Kurtenbach sprechen über die Relevanz von Versicherungsprodukten bei der Mitarbeiterbindung.

Pfefferminzia: Fachkräftemangel ist in aller Munde. Welche Rolle spielt die Mitarbeitergewinnung und -bindung für kleine und mittelgroße Unternehmen, die sogenannten KMU?

Sylvia Eichelberg: Unsere aktuelle KMU-Studie sagt, dass nach wie vor 40 Prozent der KMU Schwierigkeiten haben, qualifiziertes Personal für ihr Unternehmen zu gewinnen und zu binden. Neben speziellen Qualifikationen, die besonders nachgefragt werden, spielen häufig auch regionale Besonderheiten eine Rolle. Im Großraum Stuttgart werben beispielsweise KMU aus der Automobilzulieferung um dieselben Kräfte wie große Automobilkonzerne. In solchen Fällen ist es für die Unternehmen besonders wichtig, potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern attraktive Zusatzleistungen anzubieten.

Wie können Versicherer ihren KMU-Kunden bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung hilfreich zur Seite stehen? Wie positioniert sich die Gothaer hier und welche Rolle spielen Makler?

Eichelberg: Wer sich am Markt als attraktiver Arbeitgeber positioniert, hat es im Kampf um die Talente leichter. Versicherungsleistungen können diese Attraktivität steigern. Das Spektrum reicht von der betrieblichen Krankenversicherung und der Gesundheitsförderung über die betriebliche Altersversorgung und eine kollektive Berufsunfähigkeitsversicherung bis hin zur Gruppenunfallversicherung. Die Produkte müssen schnell und einfach durchschaubar sein. Außerdem sollte das Angebot des Arbeitgebers an die Belegschaft erkennbar mehr bieten als eine private Vorsorge oder Absicherung. Nur so entfaltet es eine positive Wirkung im Wettbewerb um qualifiziertes Personal.

Die Gothaer als einer der führenden Partner für den Mittelstand kennt die Anforderungen der KMU aus 200-jähriger Erfahrung und hat ihr Angebot entsprechend ausgerichtet. Maklern in diesen Segmenten bieten wir eine professionelle Unterstützung und Begleitung, zum Beispiel durch unser bKV-Beratungstool, das den Makler bei der Beratung eines Firmenkunden unterstützt.

Welche Produkte sind besonders gefragt?

Eichelberg: Mit unserem Budgettarif in der betrieblichen Krankenversicherung, Gothaer FlexSelect, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Konzept ist transparent, flexibel und kostengünstig und kann schon ab fünf Mitarbeitenden genutzt werden. So profitieren Arbeitgeber und Mitarbeitende gleichermaßen. Wenn es um den Aufbau der Altersversorgung geht, sind renditestarke Lösungen gefragt. Diese Anforderungen erfüllt unsere neue indexgebundene Rentenversicherung, Gothaer GarantieRente Index, besonders gut. Vier kostengünstige Indexvarianten wahlweise mit einer bis zu 100-prozentigen Beitragsgarantie stehen hier zur Verfügung. Je nach persönlicher Lebenssituation kann eine Beitragsbefreiung oder auch eine monatliche Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit eingebaut werden.

Wer ist Ihre Zielgruppe?

Eichelberg: Unsere Hauptzielgruppe sind KMU, die nicht über große Personalabteilungen verfügen. Von daher sind einfaches Handling, digitale Services, aber auch bei Bedarf persönliche Ansprechpartner wichtig. Dafür haben wir gemeinsam mit ePension gerade ein Portal eingeführt, das es Arbeitgebern erstmals ermöglicht, die betriebliche Krankenversicherung und die betriebliche Altersversorgung in einem Portal bequem zu verwalten. Die Gothaer ist mit diesem Angebot als erste Gesellschaft am Markt.

Die bAV gilt gerade bei KMU als ausbaufähig. Wie kann die bAV-Versorgung im Mittelstand gesteigert werden?

Michael Kurtenbach: Der Verbreitungsgrad der bAV bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stagniert seit einigen Jahren bei knapp 55 Prozent. Allerdings gibt es große Unterschiede je nach Größe der Unternehmen. Gerade im Mittelstand ist der Verbreitungsgrad deutlich geringer und hat noch viel Spielraum nach oben. Ich bin aber zuversichtlich, dass ein deutlicher Ausbau der bAV-Versorgung hier auch gelingen wird. Dies begründet sich zum einen aus dem verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz. Und zum anderen spürt gerade der Mittelstand den zunehmenden Fachkräftemangel und ist von daher gefordert, die Arbeitgeber-attraktivität zu steigern. Folglich kommen auch die KMU an der Einrichtung einer bAV auf Dauer nicht vorbei. Und damit meine ich keine bAV, die über Entgeltumwandlung rein arbeitnehmerfinanziert ist. Die Zukunft liegt hier eher in mischfinanzierten Systemen, bei denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beitragszahlung nach einem bestimmten Verhältnis teilen.

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Sabine

Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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