Laut Medienbericht Bundesregierung lehnte G20-Versicherung ab

Polizisten stehen am 9. Juli 2017 in Hamburg im Schanzenviertel hinter einer brennenden Barrikade.
Polizisten stehen am 9. Juli 2017 in Hamburg im Schanzenviertel hinter einer brennenden Barrikade. © dpa/picture alliance

Der G7-Gipfel vor zwei Jahren auf Schloss Elmau war gegen Krawall-Schäden versichert, der G20-Gipfel in Hamburg hingegen nicht – obwohl die Möglichkeit dazu bestanden hätte, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Demnach hat es das Auswärtige Amt abgelehnt, eine Versicherung gegen Schäden aufgrund von Ausschreitungen abzuschließen. Die Hintergründe erfahren Sie hier.

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Die Bundesrepublik hätte im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg mit einer eigenen Versicherung Privatleute und kleine Gewerbetreibende vor Schäden durch gewalttätige Protesten absichern können, die nicht durch deren eigene Versicherung gedeckt worden wären – etwa, weil das Risiko ausgeschlossen gewesen wäre oder eine Police schlichtweg fehlte.

Sie tat dies aber nicht, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Demnach habe es das Auswärtige Amt abgelehnt, eine solche Versicherung abzuschließen. Die Zeitung beruft sich dabei auf ein internes Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Der GDV wollte diese Angaben auf Anfrage von Pfefferminzia nicht kommentieren.

Dem Bericht zufolge nahm der Verband im Mai 2017 Kontakt mit dem Auswärtigen Amt auf und bot für den G20-Gipfel in Hamburg eine ähnliche Versicherungslösung wie vor zwei Jahren an, als der G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern zusammenkam.

Doch daraus wurde nichts:

„Die öffentliche Hand wird für den anstehenden G20-Gipfel in Hamburg keine privatwirtschaftlich getragene Ergänzungsdeckung für Sachschäden erwerben. Dies teilte uns der G20-Sherpa-Stab des Auswärtigen Amtes heute mit“, schreibt der GDV laut SZ am 23. Juni 2017 seinen Mitgliedsunternehmen.

Kaum Schäden auf G7-Gipfel

Zum G7-Gipfel war die Entschädigung für Opfer von Protestaktionen auf 10.000 Euro begrenzt und galt „nur für Schäden an Gebäuden oder Fahrzeugen, die zwar eine Versicherung hatten, die aber nicht ausreichte“. Also beispielsweise dann, wenn ein Autobesitzer nur eine Haftpflicht- und keine Kaskoversicherung abgeschlossen hatte.

Allerdings ergaben sich im Rahmen des G7-Gipfels kaum Schäden, wie die SZ nach Angaben eines Sprechers der damals federführenden Versicherungskammer Bayern (VKB) schreibt.

War dies der Grund, warum für den G20-Gipfel eine entsprechende Lösung verworfen wurde?

Das ist nicht sicher. Über die Gründe für die Entscheidung äußerte sich das Ministerium laut SZ nicht. Auch am Montag habe die Bundesregierung auf Anfrage keine Auskunft zu der Ablehnung gegeben, heißt es.

Bundesregierung will nun direkt helfen

Nach den Ausschreitungen in Hamburg will die Bundesregierung nun selbst helfen. Allerdings müssten die Geschädigten zunächst selbst prüfen, ob nicht ihr Versicherer einspringt, berichtet die SZ.

Wie G20-bedingte Schäden an Autos und Wohngebäuden versichert sind, erfahren Sie hier.

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