Patienten zweiter Klasse wollen sie nicht sein. Kunden, die über ein komfortables Einkommen, einen hohen Bildungsgrad und einen guten Gesundheitszustand verfügen, interessieren sich deshalb für private Krankenzusatzprodukte. Denn so können sie sich mehr Service und ein Leistungsplus in der Gesundheitsvorsorge sichern. Entsprechend haben die privaten Krankenversicherer (PKV) um das Jahr 2000 begonnen, für diese Kunden neue Zusatztarife zu entwickeln – ausgelöst von den Leistungskürzungen der Jahre 1997 und 2004 in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Leistungen wie Entbindungsgeld oder die Erstattung von Brillengestellen entfielen fortan ganz. Zahnersatz und Zahnvorsorge sind zu teuren Luxusgütern geworden. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade die Nachfrage nach Zahnzusatz-Tarifen hoch ist – laut Statistik des PKV-Verbands hat sich die Zahl dieser Verträge von rund 8 Millionen im Jahr 2005 auf gut 14 Millionen im Jahr 2014 fast verdoppelt. Zahnpolicen machen damit mehr als die Hälfte aller Verträge im Zusatzsegment aus.

Fragt man in der Versicherungsbranche nach, dann wird sich dieser Trend wohl fortsetzen. So heißt es von der Inter Krankenversicherung dazu: „Im vergangenen Jahr konnten wir die Monatsbeiträge im Krankenzusatz-Neugeschäft um 80 Prozent steigern. Am gefragtesten sind nach wie vor Zahnpolicen.“ Stefan Knoll, Vorstandschef der Deutschen Familienversicherung (DFV), ergänzt: „Da gesetzlich Versicherte beim Zahnschutz auf immer höheren Kosten sitzenbleiben, bieten die Zusatzpolicen die einzige Möglichkeit, sich sinnvoll abzusichern.“