Das schlimmste scheint überstanden – gleichwohl haben die Menschen im Großraum Houston auch weiterhin erheblich mit den Regen- und Wassermassen zu kämpfen, die der Hurrikan „Harvey“ mit sich gebracht hat.

Inzwischen liegen auch erste Schätzungen vor, die das Ausmaß der Katastrophe in Zahlen fassen. So taxiert etwa die US-Großbank JP Morgan die versicherten Schäden nach aktuellem Stand auf zehn bis 20 Milliarden US-Dollar.

Sollte sich dies bewahrheitet könnte der Sturm zu einem der teuersten zehn Wirbelstürme der US-Geschichte gehören. Laut JP Morgan käme „Harvey“ der Branche damit jedoch immer noch weitaus günstiger zu stehen als der berüchtigte Hurrikan „Katrina“, der 2005 eine Schadenbilanz von 75 Milliarden Dollar verursachte.

Wie bei „Katrina“: Moody's hält Kosten von bis zu 75 Milliarden Dollar für möglich

In dieser Größenordnung siedelt auch die Ratingagentur Moody’s – im Gegensatz zur vergleichsweise konservativen Einschätzung von JP Morgan – das Schadenpotenzial von „Harvey“ an. Dessen Kosten würden derzeit massiv steigen, teilt Moody’s am Mittwoch mit. Die Prognose der Ratingagentur liegt nunmehr bei 51 bis 75 Milliarden Dollar.

Schaut man sich die Schadenbilanz seit 2011 an, so erweist sich bislang Hurrikan „Sandy“ von 2012 als verheerendster Sturm (siehe Grafik). Nach Angaben des Rückversicherers Munich Re verursachte „Sandy“ Gesamtkosten in Höhe von mehr als 68 Milliarden Dollar, „wobei es sich bei 29,2 Milliarden um Versicherungsschäden handelt“, so der Hinweis des Statistikportals Statista.

Dass die Rechnung für die Versicherungsbranche im Hinblick auf Texas nicht noch höher ausfällt, ist damit begründet, dass nur ein kleiner Teil der geschädigten Hausbesitzer in diesem Bundesstaat überhaupt gegen Überschwemmungen versichert ist.