Kfz-Versicherung „Die Vollkasko ist so gut wie immer sinnvoll“

Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt bei der Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen.
Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt bei der Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen. © BGV

Fahrzeughalter sollten eine Vollkaskoversicherung immer mindestens so lange halten, bis der Wert des Wagens weniger als das Dreifache der Vollkasko-Jahresprämie beträgt – das meint Michael Ludwig, Abteilungsdirektor Kraftfahrt bei der Versicherungsgruppe BGV / Badische Versicherungen. Wann Kunden mit einer Teilkasko besser bedient sind, sagt er im Interview mit Pfefferminzia.

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Pfefferminzia: Oft heißt es, eine Vollkaskoversicherung fürs Auto lohnt sich nicht mehr, wenn das Fahrzeug älter als zwei Jahre alt ist. Was ist dran an dieser These?

Michael Ludwig: Diese These ist aus meiner Sicht nicht zutreffend. Eine Vollkaskoversicherung kostet im Schnitt etwa 270 Euro im Jahr. Der Wert eines beispielsweise drei Jahre alten Fahrzeuges liegt dagegen oft noch deutlich über 10.000 Euro. Meine persönliche Empfehlung an unsere Kunden ist, eine Vollkaskoversicherung immer mindestens so lange zu halten, bis der Fahrzeugwert weniger als das Dreifache der Vollkasko-Jahresprämie beträgt.

Wann fährt ein Kunde jeweils besser: mit einem Voll- oder einem Teilkaskoschutz?

Die Vollkasko ist für den Kunden so gut wie immer sinnvoll. Nur dann, wenn der Wert des Fahrzeugs sehr niedrig oder das Fahrrisiko minimal ist, kann einmal die reine Teilkasko sinnvoll sein. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Fahrzeug sehr wenig genutzt oder sogar mehrere Monate abgestellt wird. In diesen Fällen ist es eventuell ausreichend, wenn das Fahrzeug nur gegen die typischen Teilkasko-Risiken wie Entwendung, Brand, Hagel oder Sturm versichert ist.

Wie ist die Nachfrage beim BGV in den beiden Bereichen jeweils verteilt?

Unsere Kunden lassen „traditionell“ die Vollkasko sehr lange bestehen. Wir sehen das oft auch bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind. Insgesamt liegen wir aktuell bei folgendem Verhältnis: 65 Prozent unserer Kaskokunden haben die Vollkasko und nur 35 Prozent die reine Teilkasko – diese Werte beinhalten alle Kraftfahrt-Risiken, also auch Anhänger, Moped, et cetera. Die Statistik sagt uns auch, dass der Vollkaskoanteil bei den Pkw-Kunden sogar noch etwas höher ist.

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