Karl Lauterbach (SPD), spricht in einer Bundestags-Sitzung zum Thema Organspende. © picture alliance/Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa
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  • 03.07.2019 um 10:06
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach möchte eine Erstattung von homöopathischen Leistungen durch die Krankenkassen verbieten. Unterstützung erhält er dabei vom Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesauschusses, Josef Hecken. Eine Wirksamkeit der Homöopathie sei nicht klar belegt.

In Frankreich hat die Oberste Gesundheitsbehörde eine ausreichende Wirkung homöopathischer Mittel verneint. Eine Erstattung solcher Leistungen steht dort nun auf der Kippe. Und auch in Deutschland bahnt sich eine Diskussion über den Nutzen der Homöopathie an. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, dass die Krankenkassen diese Leistungen nicht mehr bezahlen sollen.

Die Krankenkassen sind nicht verpflichtet, diese Leistungen zu übernehmen. Wegen des hohen Wettbewerbsdrucks machen es zwei Drittel der Anbieter in irgendeiner Form aber doch.

Er wolle „keinen Glaubenskrieg“ anzetteln, sagte Lauterbach dem „Tagesspiegel“. Auch freiwillige Leistungen müssten aber wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll sein. „Im Sinne der Vernunft und der Aufklärung sowie des Patientenschutzes ist es auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketing-Gründen Homöopathie bezahlen“, zitiert ihn die Zeitung. Diese Behandlungsmethoden seien schließlich eine „Abkehr von der Wissenschaft“.

Mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wolle er demnächst über das Thema reden. Es genüge eine Rechtsverordnung mit entsprechender Anweisung ans Bundesversicherungsamt, um die Erstattung zu stoppen.

Wirksamkeit nicht ausreichend belegt

Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), Josef Hecken, stimmte Lauterbach zu. Der Gesetzgeber müsse die Vorgaben für eine Erstattung enger fassen. Der GBA entscheidet darüber, welche Leistungen die Krankenkassen übernehmen. Ohne klaren Beleg für die Wirksamkeit sollte die Homöopathie nicht von den Kassen als Satzungsleistungen bezahlt werden, so Hecken weiter.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Karin Maag, unterstützt diesen Vorstoß dagegen nicht. „Wir führen keinen Kreuzzug gegen Heilpraktiker und Naturheilverfahren“, sagte sie dem Tagesspiegel.

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