Hartmut Petersmann ist Gründer und Geschäftsführer des Petersmann Instituts. © Petersmann Institut
  • Von Juliana Demski
  • 22.06.2020 um 15:15
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:25 Min

Der Berater-Verbund Petersmann Institut hat Finanzanlagenberater nach ihrer Meinung zum möglichen bevorstehenden Aufsichtswechsel von den IHKen zur Bafin gefragt. Das Ergebnis: Vor allem Vermittler mit kleinerem Bestand machen sich Sorgen um ihre Zukunft – manche denken sogar darüber nach, das Investment-Vermittlungsgeschäft ganz aufzugeben.

Gemeinsam mit der Deutschen Finanz Portfolioverwaltung (DFP) hat das Petersmann Institut sich unter Finanzanlageberatern umgehört: „Wir wollten wissen, wie die heutige Paragraf 34f- und 34h-Vermittler-Landschaft auf den bevorstehenden Wechsel unter die Bafin-Aufsicht reagieren wird, ob sie das Geschäft aufgeben wird, welche Alternativen sie in Betracht zieht und wie sich das unabhängige Finanzberatungsgeschäft unter dieser Prämisse entwickeln wird“, erklärt Hartmut Petersmann, Gründer und Geschäftsführer des Instituts.

Das Ergebnis der Umfrage:

Je kleiner der Bestand, desto eher kommen Überlegungen hoch, das Investment-Vermittlungsgeschäft aufzugeben, den eigenen Bestand zu verkaufen oder unter ein Haftungsdach zu schlüpfen. Laut Studie würden rund 12 Prozent der befragten Vermittler ihre Lizenz bei einem Aufsichtswechsel aufgeben. Branchenschätzungen gehen von bis zu 40 Prozent aus.

„Die sogenannten ‚Schubladenlizenzen‘, also die Lizenzen, die lediglich wegen des Erhalts der Bestandspflegeprovision aufrechterhalten werden, erscheinen nicht mehr lohnenswert“, so Petersmann. Er sehe darin eine große Chance für professionelle Dienstleister im Investment-Vermittlungsgeschäft, erklärt der Studienautor. Der Gesetzgeber erreiche damit sein Ziel, an weniger Stellen professionelleres Geschäft überprüfen und regulieren zu können.

Insgesamt wollen laut Studie zwar rund 70 Prozent der gehobenen Finanzanlagenvermittler ihre Tätigkeit unter der Bafin-Aufsicht fortführen. Der Rest will das Geschäft entweder aufgeben oder unter ein herkömmliches Haftungsdach schlüpfen. 45 weitere Prozent sind aber noch immer unentschieden, ob sie den Weg alleine gehen möchten oder unter einer Vertriebsstelle, dem „Haftungsdach-light“. Einig scheinen sich jedoch fast alle zu sein: Wenn schon ein Haftungsdach oder ein Haftungsdach-light, dann ohne Vorgaben, was die Fondsauswahl oder die Produktpalette schlechthin angeht.

Petersmanns Fazit:

„Im Kern zeigt unsere Studie, dass es auf dem Markt der Paragraf 34f- und 34h-Vermittler kein grundsätzlich neues Geschäftsmodell geben wird und dass die Landschaft sehr heterogen bleibt. Die heutige Struktur des Einkommens eines Vermittlers wird darüber entscheiden, wie er sich künftig aufstellt und durch wen er sich dabei helfen lässt.“

Trotzdem gehe der Chef des Instituts davon aus, dass Qualität und Professionalität des unabhängigen Finanzberaters weiter steigen werden. „Was an Bedeutung gewinnen wird, sind verlässliche Partnerschaften und Kooperationen mit erfahrenen, leistungsstarken Dienstleistern, die regulatorisch sowie insbesondere IT-technisch alles anbieten können.“

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!