Pfefferminzia: Die IDD wird 2018 in Deutschland umgesetzt. Wie gut, denken Sie, sind die Makler zum heutigen Stand darauf vorbereitet?

Konrad Häuslmeier: In zahlreichen Gesprächen konnte ich feststellen, dass der eine oder andere Berater noch nicht so gut vorbereitet ist. Aus meiner Sicht wird es jedoch wesentliche Änderungen geben. Die mediale Aufmerksamkeit, die es bis vor ein paar Monaten wegen der Vergütung, also vornehmlich wegen der Honorarberatung gab, ist vorüber. Und damit scheint das Thema auch aus den Gedanken der Vermittler verdrängt worden zu sein.

Woran liegt das?

Es ist durchaus verständlich, dass im Tagesgeschäft strategische Dinge eher beiseitegeschoben werden. Regulatorische Maßnahmen sind per se nicht vergnüglich und sich damit zu beschäftigen wird eher hinausgezögert.

Wo sehen Sie die meisten Defizite?

Die Kenntnis, was tatsächlich auf den einzelnen Makler zukommt, fehlt noch. Was bedeuten die juristischen Vorgaben konkret? Was leite ich als Makler daraus ab? Als Versicherungsunternehmen haben wir es etwas leichter, da wir auf Juristen zugreifen können, die uns die Texte quasi übersetzen. Der Makler kann das nicht.

Welches ist der am schwierigsten umzusetzende Themenkomplex?

Das Thema rund um Versicherungsanlageprodukte mit der Geeignetheits- und Angemessenheitsprüfung inklusive Dokumentation halte ich für die größte Herausforderung. Die Banken agieren bereits länger so und nun gleicht sich die Versicherungsbranche an. Auch den Finanzdienstleistern, die bereits im Fondsgeschäft tätig sind, wird es leichter fallen, sich darauf einzustellen. Auf diejenigen jedoch, deren Schwerpunkt ganz klassisch bei den Versicherungsprodukten lag, kommt einiges Neues zu.

Was empfehlen Sie diesen Maklern?

Vor allem, sich frühzeitig zu informieren, was sich tatsächlich im Arbeitsablauf und Beratungsalltag verändert. Sich in das Thema einzufinden und die konkreten Handlungsempfehlungen zu nutzen. Ganz wichtig ist aus meiner Sicht auch die eigene Einstellung. Die Veränderungen anzunehmen und als Chance zu sehen, ist der erste wichtige Schritt. Interne Prozesse kritisch zu betrachten und zu verändern. Die Arbeit dadurch leichter und effektiver zu gestalten. Und Weiterbildungen gehören selbstverständlich ebenfalls dazu.