Ist einer Elementarpflichtversicherung nicht abgeneigt: Munich-Re-Chef Joachim Wenning. © Munich Re
  • Von Juliana Demski
  • 02.08.2021 um 12:17
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Derzeit wird eine potenzielle Pflichtversicherung gegen Elementarschäden diskutiert. Der Chef des Rückversicherers Munich Re, Joachim Wenning, ist prinzipiell nicht abgeneigt. Für die private Versicherungswirtschaft wäre das „machbar“, sagt er. Jedoch müssten die Prämien an das jeweilige Risiko angepasst werden.

Nach den heftigen Überschwemmungen in weiten Teilen Deutschlands steht auch die Idee einer Elementarpflichtversicherung im Raum. Dazu sagte Munich-Re-Chef Joachim Wenning gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagsausgabe): „Wenn der Staat sagen würde, wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es auch eine Elementarschaden-Pflichtversicherung, dann wäre das für uns als private Versicherungswirtschaft machbar.“

Wenning stellt jedoch eine klare Bedingung: „Entscheidend dabei ist, dass die Prämien das jeweilige Risiko widerspiegeln, das heißt: individuelle statt identischer Prämien.“ Allerdings sollten die Versicherer eine solche Pflicht nicht aktiv fordern. Denn auch in Katastrophen könne die Branche nur einen Teil der Schäden ersetzen, so Wenning weiter. „Dann wird es heißen: Ihr wolltet doch die Pflichtversicherung, dann tragt bitte auch sämtliche finanziellen Lasten einer Katastrophe.“

Laut Wenning sei eine Pflichtversicherung zudem kein Allheilmittel: „Der eine hat sein Haus zu 60 Prozent abgesichert, der andere zu 80 Prozent“, so der Munich-Re-Chef. „Ein Dritter hat noch seinen Heizöltank mit abgesichert, der Vierte nicht. Dann kommt eine Flut oder ein Sturm. Jeder ist zwar versichert, aber nicht jeder hat den gleichen vollständigen Schutz.“ Das daraus resultierende Unverständnis der Betroffenen sei nicht zu unterschätzen, ergänzte er im Interview mit der Zeitung.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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