Pfefferminzia: Indexpolicen gelten bei vielen Versicherern als Antwort auf das Niedrigzinsniveau, weil sie Sicherheit mit der Chance auf etwas mehr Rendite verknüpfen sollen. Vor gut einem Jahr verfügten bereits 14 Versicherer über ein entsprechendes Angebot. Wie hat sich das Interesse der Versicherer sowie seitens Makler und Kunden an der Indexpolice seither entwickelt?

Ellen Ludwig: Gemäß [ascore] vorliegenden Informationen ist die Nachfrage der Vermittler in etwa gleichgeblieben. Es sind aber keine weiteren Versicherer mit Indextarifen hinzugekommen. Gründe dafür kann es viele geben: Neben Kapazitätsengpässen aufgrund von Solvency II und PIA, ist es durchaus denkbar, dass Versicherer in diesem schwierigen Zins-Umfeld bei der Einführung neuer Garantieprodukte zurückhaltend sind. Fondstarife versprechen wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit. 

Im Markt gibt es die Kritik, dass Indexpolicen undurchsichtig seien und auch nicht unbedingt als Renditebringer taugten. In welchen Punkten muss sich die Indexpolice berechtigterweise Kritik gefallen lassen – und wo nicht?

Indexpolicen sind sicherlich für den einen oder anderen Vermittler schwerer verständlich als klassische Produkte mit Fondsansammlung oder Hybridprodukte. An die verschiedenen Ausprägungen von 2- und 3-Topf-Hybriden und deren Umschichtungsmechanismen hatte man sich gewöhnt als die Indexprodukte auf den Markt kamen.

Der wesentliche Unterschied bei den Indexpolicen ist, dass die Renditeerzeugung über ein bislang für Altersvorsorge-Tarife nicht benutztes Kapitalmarktinstrument – nämlich Optionen – funktioniert. Zusätzlich wird zur Sicherung des vorhandenen Guthabens ein Cap oder eine Partizipationsrate definiert: Im Prinzip wird „oben“ was von der Rendite abgeschnitten, um „unten“ keine Negativ-Performance zu zulassen. Hier müssen sich sicherlich die Versicherer die Kritik gefallen lassen, dass die Funktionsweise oft nicht ausreichend erklärt wurde – und wenn der Vermittler das Produkt nicht versteht, wird er es vernünftigerweise nicht verkaufen.