Der seit Februar 2018 geltende Weiterbildungsnachweis nach IDD erfordert 15 Stunden Weiterbildung zwischen Anfang Januar und Ende Dezember eines Jahres. Diesen Nachweis erhielten für das Jahr 2019 bis zum 30. Juni 2019 insgesamt 32.816 "gut beraten"-Teilnehmer, das sind 22,2 Prozent aller Besitzer von Bildungskonten, die in den vergangenen zwei Jahren genutzt wurden. © gut beraten
  • Von Lorenz Klein
  • 15.07.2019 um 05:03
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Die Branchen-Weiterbildungsinitiative „gut beraten“ für Versicherungsvermittler gewinnt weiter an Zulauf: Seit Jahresbeginn sind 7.621 neue Bildungskonten eingerichtet worden – und schon jetzt liegt die durchschnittlich absolvierte Weiterbildungszeit der aktiven Teilnehmer bei 13 Stunden. Entsprechend mehren sich die Stimmen, die gesetzliche IDD-Mindestzeit von 15 auf 30 Stunden zu erhöhen.

Die Zahl der Bildungskonten in der „gut beraten“-Datenbank wächst weiter. Wie die Weiterbildungsinitiative am Montag in München mitteilte, kletterte die Anzahl der Konten im zweiten Quartal 2019 um 3.095 auf 173.660 zu Ende Juni. Seit Jahresbeginn wurden damit 7.621 neue Bildungskonten eingerichtet. Das entspricht einem Zuwachs von 4,6 Prozent im ersten Halbjahr 2019.

Und: 85 Prozent aller registrierten Konten werden den Angaben zufolge für den Weiterbildungsnachweis gemäß der Vermittlerrichtlinie IDD genutzt.

Wie viele Stunden bilden sich die Vermittler weiter? 

Fast 1,05 Millionen Stunden investierten die „gut beraten“-Teilnehmer zwischen April und Juni 2019 in ihre Weiterbildung. Das entspricht einem Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019. Jeder aktive Teilnehmer hat damit im ersten Halbjahr 2019 durchschnittlich bereits 13 Stunden Weiterbildung nachgewiesen.

Den gemäß IDD verpflichtenden 15-stündigen Weiterbildungsnachweis erhielten für das laufende Jahr schon 32.816 Teilnehmer. Zudem wurden 8.044 „gut beraten“-Zertifikate für den Nachweis von 30 Stunden Weiterbildung bis 30. Juni 2019 ausgestellt. 

Wird die Mindestbildungszeit von 15 Stunden heraufgesetzt?

Knapp 65 Prozent der Vermittler favorisieren laut Gerald Archangeli, Vorsitzender des Trägerausschusses der Initiative und Vizepräsident des Bundesverbandes der Versicherungskaufleute (BVK), das 30-stündige gut beraten-Weiterbildungsziel, das über den 15-stündigen gesetzlichen Standard hinausgeht. „Dieses Anliegen werden wir für alle vertrieblich Tätigen nachdrücklich unterstützen“, wird Archangeli in der Mitteilung zitiert.

Für immerhin rund 18.000 Vermittler käme selbst eine deutlich verschärfte Stundenregelung den sprichwörtlichen „Peanuts“ gleich: So wurden für den Nachweis von satten 150 Weiterbildungsstunden bislang 17.908 „gut beraten“-5-Jahres-Zertifikate zugestellt.

Welchen Vermittlerstatus haben die Teilnehmer?

Ende Juni 2019 beteiligen sich 61.878 Ausschließlichkeitsvermittler und weitere 39.987 Vermittler im angestellten Außendienst. Diese beiden Gruppen machen damit 59 Prozent aller Teilnehmer von „gut beraten“ aus. Makler und Mehrfachagenten haben einen Anteil von 21 Prozent (37.608 Teilnehmer). In der Gruppe der Mitarbeiter von Versicherungsvermittlern – Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Agenturen – haben 22.461 Vermittler (13 Prozent) ein Weiterbildungskonto.

Weitere Gruppen, die seit Februar 2018 ebenfalls IDD-relevante Bildungszeit nachweisen müssen, machen wie im vorangegangenen Quartal vier Prozent (6.763 Personen) der gut beraten-Teilnehmer aus.

Wie ist die Geschlechterverteilung?

Zum 30. Juni 2019 stehen 27 Prozent Frauen wie schon in den ersten drei Monaten des Jahres 73 Prozent Männer gegenüber. Auffallend sei nach wie vor, dass die teilnehmenden Frauen tendenziell jünger seien als männlichen Teilnehmer.

Wie steht es um die Altersstruktur?

„Die Altersstruktur der Teilnehmer ist seit dem Start der Initiative im Jahr 2014 weitgehend stabil geblieben“, heißt es. Die Gruppe der 41- bis 60-jährigen ist demnach zu Ende Juni 2019 mit 89.950 nach wie vor am stärksten vertreten (51,1 Prozent). Auch die Altersgruppe der 21- bis 40-jährigen ist mit 57.221 Teilnehmern (33 Prozent) vergleichsweise stark repräsentiert. 13,6 Prozent macht die Altersgruppe der 61- bis 70-jährigen mit 23.510 Teilnehmern aus.

Welche Lernformen sind am beliebtesten?

Präsenzveranstaltungen liegen in der Gunst der „gut beraten“-Teilnehmer weiterhin vorn. Allerdings ist deren Anteil zu Ende Juni 2019 auf nunmehr 50 Prozent (276.475 Bildungsmaßnahmen) gesunken. Das selbstgesteuerte E-Learning liegt mittlerweile mit 36 Prozent an zweiter Stelle. Insgesamt beträgt der Anteil aller E-Learning-Varianten 45 Prozent zum Ende des zweiten Quartals 2019.

Die detaillierten Grafiken zu den oben genannten Zahlen sowie weitere aktuelle Daten zur Initiative gut beraten mit dem Stand 30. Juni 2019 stehen hier zum Download bereit.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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