GKV AOK-Chef bestreitet systematische Falschdiagnosen

Der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, spricht am 13. Mai 2016 in Berlin bei einer Pressekonferenz über die Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland.
Der Vorstandschef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, spricht am 13. Mai 2016 in Berlin bei einer Pressekonferenz über die Stärkung der Gesundheitskompetenz in Deutschland. © dpa/picture alliance

Gesetzliche Krankenkassen zahlen Ärzten Geld, wenn sie ihre Patienten auf dem Papier kränker machen als sie sind. Das erklärte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, kürzlich in einem Interview. „Wir schummeln nicht“, entgegnet darauf nun der Vorstandschef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch.

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Vor rund zwei Wochen deckte der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, einen Skandal auf, an dem auch seine Krankenkasse beteiligt ist. Die GKV-Anbieter belohnen Ärzte für Falschdiagnosen, erklärte Baas in einem Interview. So würden die Kassen zum Beispiel Prämien von 10 Euro je Fall für Ärzte bezahlen, wenn sie den Patienten auf dem Papier kränker machen.

Ähnliche Erfahrungen haben Versicherungsmakler in ihrer Beratungspraxis gemacht. „Jeder fünfte Kunde berichtet über gefälschte Diagnosen“, erklärte zum Beispiel Matthias Helberg. Bei einem Antrag auf Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder private Krankenversicherung werden solche Falschdiagnosen den Kunden zum Verhängnis.

Nun meldet sich Martin Litsch, Vorstandschef des AOK-Bundesverbands zu Wort. Die AOK würde Ärzte nicht für Falschdiagnosen belohnen, erklärt er bei der Vorstellung eines Positionspapiers der AOK-Gemeinschaft zur Reform des sogenannten Risikostrukturausgleichs (RSA) in Berlin. „Wir schummeln nicht“.

Die Möglichkeiten der Manipulation bei den Abrechnungen seien sehr gering, so Litsch weiter. Fehldiagnosen seien zwar möglich, aber systematisches Fälschen von Diagnosen mit dem Zweck, mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich zu erhalten, komme bei der AOK nicht vor.
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