Polizisten und Feuerwehrleute stehen am 3. März 2009 in Köln vor Trümmern des Historischen Stadtarchivs. © picture-alliance/ dpa | Oliver Berg
  • Von Oliver Lepold
  • 23.09.2021 um 12:31
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lesedauer Lesedauer: ca. 03:20 Min

Fehler in Betrieben können erhebliche finanzielle Folgen haben, insbesondere wenn Menschen zu Schaden kommen. Die Betriebshaftpflichtversicherung sorgt für finanzielle Sicherheit im Notfall. Welche Trends es in dieser Sparte gibt.

Das Unheil kündigte sich an, am 3. März 2009, durch einen Wasser­einbruch in einer Baugrube. Gerade noch rechtzeitig konnte das gegenüberliegende Kölner Stadtarchiv geräumt werden, bevor es einstürzte. In den ebenfalls kollabierten Nachbarhäusern kamen zwei Menschen ums Leben, der Gesamtschaden konnte erst zehn Jahre später auf 1,33 Milliarden Euro beziffert werden. Grund der Katastrophe: unsachgemäß ausgeführte Arbeiten beim Bau einer neuen U-Bahn-Linie. Ein extremer Fall, der zu langwierigen Gerichtsprozessen gegen zahlreiche am Bau beteiligte Personen führte und zeigt, dass Unternehmen sich stets umfassend gegen Fehler absichern sollten.

Alltäglichere Fälle der Betriebshaftpflichtversicherung (BHV) betreffen hingegen eher Vorfälle wie Kunden, die sich beim Einkauf durch einen Sturz auf glattem Boden verletzen, oder Hausmeister, die nach Verlust der Schlüssel eines Miethauses für die Kosten einer neuen Schließanlage haften. Die Betriebshaftpflichtversicherung ist gerade für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) essenziell und für manche Tätigkeiten je nach Bundesland gesetzlich sogar vorgeschrieben.

Laut einer Studie der Gothaer schützen sich 90 Prozent aller befragten KMU mit einer Betriebshaftpflicht gegen die Schadenersatzansprüche Dritter. So vielfältig die Firmenkunden, so unterschiedlich fallen auch die Tarifkombinationen aus. Für jedes Unternehmen wird die Betriebshaftpflicht individuell kalkuliert. Generell sind Personen-, Sach- und Vermögensschäden Dritter abgesichert. Die Qualitätsunterschiede sind jedoch erheblich.

Wahl aus Leistungspaketen

Die meisten Versicherer bieten BHV-Deckungskonzepte in mehreren Leistungsvarianten an. Anstatt sich einzelne Deckungsinhalte zusammenstellen zu müssen, können Kunden unter Leistungspaketen wie etwa einem Premium-Konzept auswählen. Häufig werden Sach-, Transport- und Haftpflichtversicherung sowie technische Versicherungen bei einem Versicherer oder als Multirisk-Konzept in einem Vertrag gebündelt. „Bei unseren Zielgruppen ist die Kombination BHV und Vermögensschadenhaftpflicht sehr häufig. Wir sehen aber auch einen Trend dazu, die Sach- und Cyber-Versicherung in derselben Police abzuschließen“, sagt Peter Pillath, Underwriting Manager bei Hiscox.

Niedrige Wechselbereitschaft

Vorteile sind zum einen die Bündelnachlässe, aber zum anderen auch eine gute Kundenverbindung beim Versicherer. „Bestehen mehrere Verträge, sind die Versicherer meist kulanter und positiver dem Kunden gegenüber eingestellt. Wenn bei einem Schaden mehrere Sparten betroffen sind, wird alles aus einer Hand reguliert“, so Sugand Chanra, Teamleiterin Abteilung Kompositmanagement beim Maklerpool Phönix Maxpool.

Einmal abgeschlossen, bleiben Kunden meist ihrer Betriebshaftpflicht treu: „Die Wechselbereitschaft im gewerblichen Geschäft liegt niedriger als im Privatkundensegment. Gewerbeversicherer gehen aber auch eher auf besondere Kundenvorstellungen ein, als das im Massengeschäft der Fall sein kann“, erläutert Michael Quandt, Abteilungsleiter Underwriting Haftpflicht TV Transport der Signal Iduna.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

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