Gesetzliche Rentenversicherung Warum der Eckrentner ein Mythos ist

Die bilderbuchhafte Erwerbsbiografie eines Eckrentners im Vergleich zu einem realistischeren Arbeitsleben.
Die bilderbuchhafte Erwerbsbiografie eines Eckrentners im Vergleich zu einem realistischeren Arbeitsleben. © GDV

Immer wieder taucht er als Beispiel und Bezugsgröße für die Berechnung der gesetzlichen Rente auf: der Eckrentner. 45 Jahre schuftet er unermüdlich und bekommt dafür später mal eine ordentliche Rente vom Staat. Aber: Dieser Beispielfall hat mit der Realität heutiger Arbeitnehmer-Biografien so gar nichts zu tun.

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Er ist ein fleißiger, sehr gewissenhafter Mensch. 45 Jahre lang hat er unermüdlich durchgearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt. Weder hat er Elternzeit genommen noch seine Stundenzahl reduziert. Nie war er über einen längeren Zeitraum krank oder arbeitslos. Sein Einkommen entspricht stets dem Durchschnittslohn in Deutschland.

Gestatten, der Eckrentner. Er ist die Referenzgröße, wenn es um die gesetzliche Rente geht, und heute wenn überhaupt, dann wohl nur vereinzelt zu finden. „Der Eckrentner hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Niemand verdient ein Leben lang exakt das Durchschnittseinkommen“, sagt Michael Böhmer vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos gegenüber dem Versicherungsverband GDV. Auch eine längere Berufsausbildung, Ausfallzeiten, Kindererziehung und mehrere Jobwechsel gehörten inzwischen zur Normalität, so Böhmer.

Die sogenannte Eckrente erreichen daher auch nicht wirklich viele Menschen. 2015 liegt sie im Westen bei rund 1.176 Euro, im Osten bei 1.089 Euro.



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