Gesetzliche Krankenversicherung Wirtschaftsbilanz der GKV mit Licht und Schatten

Der Hauptsitz der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin in Potsdam.
Der Hauptsitz der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin in Potsdam. © dpa/picture alliance

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kann mit dem vergangenen Jahr zufrieden sein: 1,4 Milliarden Euro beträgt der Überschuss laut Medienberichten. Allerdings weist das finanzielle Abschneiden der Kassen große Unterschiede auf. So verzeichneten die Innungskrankenkassen (IKK) erneut ein Minus und auch bei den sechs Ersatzkassen in Deutschland, darunter die Techniker Krankenkasse, lief das Jahr schlechter als erwartet.

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33,2 Millionen Euro betrug das Defizit bei den Innungskrankenkassen (IKK) im vergangenen Jahr, berichtet die Ärzte Zeitung. Allein im vierten Quartal hätten die Innungskassen mit ihren rund 5,3 Millionen Versicherten ein Minus von knapp 26 Millionen Euro hinnehmen müssen, berichtet das Blatt unter Berufung auf IKK-Angaben. Historisch bedingt sind vor allem Handwerker über die IKK versichert, jedoch ist der GKV-Träger für alle Versicherten zugänglich.

Immerhin hat sich das Defizit der Innungskrankenkassen im Vergleich zu 2015 „stark verringert“, wie es heißt. Damals befand sich die IKK noch mit 346 Millionen Euro in den roten Zahlen. Ursächlich dafür sei unter anderem die anhaltende „Unwucht“ im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) gewesen, erklärte eine IKK-Sprecherin.

Auch bei den sechs Ersatzkassen Barmer Ersatzkasse, DAK-Gesundheit, Hanseatische Krankenkasse, Handelskrankenkasse, Kaufmännische Krankenkasse und Techniker Krankenkasse hat das vierte Quartal erheblich auf die Jahresbilanz gedrückt.

Die sechs Unternehmen, die sich im Verband der Ersatzkassen (vdek) gesondert organisiert haben und rund 37 Prozent der GKV-Versicherten betreuen, verbuchten in 2016 einen Überschuss von 321 Millionen Euro. Nach drei Quartalen lagen die Ersatzkassen jedoch noch mit 757 Millionen Euro im Plus, schreibt die Ärzte Zeitung. Doch auch hier gilt: Das Jahr 2015 fiel mit einem Minus von 517 Millionen Euro erheblich schlechter aus für die vdek-Familie.

Maßgeblich für den Aufwärtstrend gegenüber 2015 ist laut Bericht, dass die Einnahmen je Versichertem (plus 4,9 Prozent) stärker gestiegen sind als die Ausgaben (plus 3,8 Prozent).

Höhere Zusatzbeiträge durch Milliardenüberschuss weniger wahrscheinlich

Insgesamt erzielte die gesetzliche Krankenversicherung einen Überschuss in 2016 von 1,4 Milliarden Euro, berichten Medien. Im Jahr zuvor stand bei der GKV noch ein Defizit von 1,14 Milliarden Euro zu Buche. Die Rücklagen der Kassen sollen demnach von 14,5 auf 15,9 Milliarden Euro gewachsen sein.

Dadurch solle auch die Wahrscheinlichkeit sinken, dass die Zusatzbeiträge der Kassen künftig auf breiter Front steigen werden.

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