Carsten Zielke, Inhaber von Zielke Research Consult, fordert eine Abschaffung der Beitragsgarantie und des Verrentungszwangs bei der Riester-Rente. © Zielke Research Consult GmbH
  • Von Manila Klafack
  • 31.03.2021 um 11:37
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Damit die Riester-Rente als wichtiges Altersvorsorge-Instrument nicht komplett ins Hintertreffen gerät, müssen Beitragsgarantie und Verrentungszwang abgeschafft werden, fordert Carsten Zielke, Inhaber von Zielke Research Consult.

Wenn ab Januar 2022 der Garantiezins von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent sinken würde, wie vom Bundesfinanzministerium vorgeschlagen (wir berichteten), können Versicherer die Riester-Rente eigentlich nicht mehr anbieten. Das meint Carsten Zielke, Analyst und Inhaber von Zielke Research Consult. „Nur eine vollkommene Abschaffung der Beitragsgarantie und des Verrentungszwangs können dazu beitragen, mittels Aktien und Anlagen nach Nachhaltigkeitskriterien dieses Produkt wieder attraktiv zu machen“, ist der Experte überzeugt.

„Anstatt kosmetische Veränderungen am Riesterkonstrukt vorzunehmen – wie der GDV-Vorschlag einer Absenkung der Beitragsgarantie auf 80 Prozent – sollte die aktuelle Krise genutzt werden, um grundsätzlich ein nachhaltiges Altersvorsorgekonstrukt in Gang zu setzen, das sich auch international als Vorbild erweisen könnte“, schlägt Zielke vor.

Nur so könnten sich die Bürger im Alter unabhängiger von der gesetzlichen Rentenversicherung machen. Bei bestehenden Riester-Verträge sollte, so Zielke, heute schon die Kapitalentnahme zur energetischen Sanierung oder Modernisierung des Eigenheims zugelassen werden. Hier stünden mehrere Milliarden Euro zur Verfügung. „Die eigene Photovoltaik-Anlage liefert wohl mehr Ertrag als eine konservative Kapitalanlage“, sagt der Analyst.

Solvenzsituation einiger Lebensversicherer bereits angespannt

Bereits im Jahr 2019 sei die Solvenzsituation deutscher Lebensversicherer angespannt gewesen, so eine nicht unumstrittene SFCR-Auswertung von Zielke Research Consult vom Juli 2020 (wir berichteten). Ursache für die Lage der Versicherer seien die Zinsen, da die deutschen Versicherer im Gegensatz zu anderen EU-Ländern lebenslange Verrentungsgarantien geben müssten. Je länger die Zahlungsverpflichtung, desto stärker sei die Zinsintensivität. Daraus folge, dass die Versicherer manche Produkte nicht mehr anbieten könnten, weil sie auf stabile Bilanzen achten müssten. „Volkswirtschaftlich geht damit ein wichtiger Pfeiler der privaten Altersversorgung verloren“, erklärt Zielke.

Um dieses Problem zu lösen, fordert Zielke ein stärkeres Engagement in Aktien. Und das bedürfe Reformen. „Von daher plädieren wir für ein Riester-Konstrukt ohne Garantien, in dem auch stark in Aktien investiert werden kann“, sagt Zielke. Um eine höhere Aktienquote tatsächlich zu erreichen, bedürfe es Reformen, die es den Versicherern erlauben, Kursschwankungen am Aktienmarkt auszuhalten, ohne zum Verkauf der Papiere gezwungen zu sein. Hierbei sei es aber auch wichtig, dass die Abschreibungsregeln auf Aktien denen der angestrebten Haltedauer angepasst werden.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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