Fake-Shops „Das Schnäppchen schlechthin stellte sich als Horrorinvestition heraus“

Eine junge Frau schiebt einen kleinen Jungen in einem Kinderwagen: Als eine zweifache Mutter einen Kinderwagen im Internet kaufen wollte, fiel sie auf einen Fake-Shop rein.
Eine junge Frau schiebt einen kleinen Jungen in einem Kinderwagen: Als eine zweifache Mutter einen Kinderwagen im Internet kaufen wollte, fiel sie auf einen Fake-Shop rein. © dpa / picture alliance

Immer wieder locken Betrüger auf gefälschten Online-Plattformen, sogenannten Fake-Shops, Schnäppchenjäger mit äußerst günstigen Angeboten in die Falle. Ist das Geld erstmal weg, ist es in den meisten Fällen auch endgültig verloren. Diese bittere Erfahrung machte auch Jessica Puckert*.

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Bei sogenannten Fake-Shops handelt es sich um betrügerische und gefälschte Internet-Seiten, die ihre Ware – beispielsweise hochwertige Elektroartikel oder Markenprodukte – deutlich günstiger anbieten. Käufer können die bestellte Ware oft nur per Vorkasse bezahlen. Das Produkt wird aber nicht geliefert.

Auf den ersten Blick sehen solche unseriöse Online-Plattformen täuschend echt aus und sind schwer zu erkennen. Dabei wird bei Fake-Shops entweder eine real existierende Domain eines Webshops geändert und im ähnlichen Layout ins Internet gestellt. Der Domainname ähnelt dem Original dabei so sehr, dass meistens nur ein Sonderzeichen oder die Endung den Unterschied ausmacht. Oder die Betrüger richten immer wieder eine neue Domain ein, die nach kurzer Zeit deaktiviert wird, sodass die Seite nicht mehr auffindbar ist.

Diese bittere Erfahrung musste Jessica Puckert* machen. Als ihre kleine Familie um ein zweites Kind erweitert werden sollte, recherchierte die Schwangere nach passenden XXL-Kinderwagenmodellen, in welche gleichzeitig zwei Kinder hineinpassen. Und sie wurde fündig. Das Produkt stimmte, der Preis war aber happig, also suchte Puckert nach weiteren Anbietern. Und stieß auf einen anderen Webshop, der dieses Modell viel günstiger anbot. Die junge Mutter schlug zu, bestellte den Kinderwagen und bezahlte die Rechnung per Vorkasse.

„In meinem Hormonschwung wollte ich mir dieses Schnäppchen nicht entgehen lassen. Als die Rechnung kam, hat mich selbst der Fakt nicht stutzig gemacht, dass man nur per Vorkasse zahlen konnte. Das Angebot blieb so verlockend, dass ich mich dazu entschieden habe, den Kinderwagen dort zu bestellen“, sagt sie.

Auf die Vorfreude folgte bittere Enttäuschung. Denn der Kinderwagen wurde nicht geliefert. Und noch schlimmer: die komplette Online-Seite war plötzlich verschwunden. Einen echten Shop hatte es wohl nie gegeben. Puckert konnte nicht einmal das bezahlte Geld zurückfordern. Mehrere Hundert Euro waren verloren.

Die junge Mutter ist sich heute sicher: sie wird nie wieder gegen Vorkasse bezahlen. Denn dies ist eine der häufigsten Eigenschaften eines Fake-Shops. Außerdem sollten die Käufer beim Einkaufen im Internet stutzig werden, wenn das gewünschte Produkt auf einer Online-Seite zu einem sehr viel niedrigeren Preis zu haben ist als sonst. Hat eine Online-Plattform zudem ein unvollständiges oder gar fehlendes Impressum, ist auch Vorsicht geboten. Da die virtuellen Täter kaum zu ermitteln sind, gilt vorsichtiges Verhalten beim Online-Shopping als die beste Vorbeugungsmethode.

*Name von der Redaktion geändert

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