Teilnehmer der Klima-Demonstration Fridays for Future halten am 14. Juni 2019 auf dem Hamburger Gänsemarkt unter anderem Transparente mit der Aufschrift: "System change! No climate change!" oder "Die Uhr tickt..." hoch. Seit sechs Monaten gibt es die Aktion jetzt auch in der Hansestadt. © picture alliance/Georg Wendt/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 19.06.2019 um 10:12, aktualisiert am 07.08.2019 um 12:30
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Nachhaltigkeit wird auch bei der Kapitalanlage und der Risiko­absicherung immer wichtiger – das zeigt nicht zuletzt die Klimaschutzdebatte. Warum sich Makler darauf einstellen sollten, „grüne“ Versiche­rungsprodukte beim Kunden anzusprechen, erfahren Sie hier.

Seit vielen Wochen gehen Schüler unter dem Motto „Fridays for Future“ für den Klimaschutz auf die Straße. Dass dies während der Unterrichtszeit passiert, gefällt nicht jedem – so stellte etwa CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer klar, dass sie ihren Kindern keine Entschuldigung schreiben würde, wenn sie demonstrieren gingen.

Doch mit jeder Kritik an der Jugend-Bewegung wächst natürlich auch die mediale Aufmerksamkeit – und inzwischen sprießen sogar erste zarte politische Erfolge. So erklärte der Gemeinderat von Konstanz jüngst, dass man künftig alle Entscheidungen unter einen Klima-Vorbehalt stellen wolle. Die Stadt am Bodensee sei damit die erste Stadt in Deutschland, die den Klimanotstand ausgerufen habe. Klimanotstand. Mancher mag dies als „Endzeit-Drama-PR“ abtun – Marcus Reichenberg, Gesellschafter und Geschäftsführer der „Greensurance Stiftung für Mensch und Umwelt“, dürfte nicht dazu gehören. 

„Die Klimaschutzdebatte wird auch die Finanz-, insbesondere die Versicherungsbranche erreichen“, ist Reichenberg überzeugt. So arbeite die EU-Kommission bereits seit Mai 2018 an der Umsetzung des Aktionsplans für nachhaltige Finanzen. Welche Folgen wird dieses Vorhaben für den Finanz- und Versicherungsvertrieb haben? Kunden müssten dann künftig vorab gefragt werden, ob sie Nachhaltigkeitskriterien in ihren Angeboten berücksichtigt haben möchten, erläutert Reichenberg.

Die ESG-Kriterien – diese stehen für Environmental, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung – sollen demnach sowohl auf Anbieter als auch Produkte Anwendung finden. ESG-Themen sollen dabei in die Mifid-II-Richtlinie, die IDD- Richtlinie und in das Finanzregelwerk Solvency II integriert werden. 

Mit ihrem Vorstoß rennt die EU-Kommission bei der Greensurance Stiftung offene Türen ein, denn sie hat sich darauf spezialisiert, Versicherungsunternehmen bei der Verwirklichung ihrer Nachhaltigkeitsziele und -leistungen zu unterstützen. Außerdem bietet sie Beratern die Weiterbildung zum ESG-Berater, Fachberater für nachhaltiges Versicherungswesen, an.

Impact-Investing-Markt kontinuierlich gewachsen

Nachhaltiges Versicherungswesen. Was bedeutet das konkret? Schauen wir mal auf die Unternehmensseite: Der Versicherer Zurich gab beispielsweise unlängst bekannt, künftig 5 Milliarden Dollar in das sogenannte Impact-Investment-Portfolio des Unternehmens zu investieren. Bei Impact Investing stehe insbesondere der Nutzen – sei es in Sachen Umwelt oder Soziales – im Vordergrund, erklärt die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV). Im Fall von Zurich sehen die Impact-Ziele eine Vermeidung von 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten vor sowie eine Verbesserung der Lebensqualität von 5 Millionen Menschen pro Jahr. Dabei sei der Impact-Investing-Markt in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, friste insgesamt aber „eher noch ein Nischendasein“, bilanzieren die Versicherungsmathematiker.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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