Drei Produkte für Negativ-Preis nominiert BdV lobt Versicherungskäse 2017 aus

Eine Person prüft, ob ein Käse bereits reif genug ist: Auch der BdV will nun zum dritten Mal bestimmte Policen unter die Lupe nehmen und prüfen, ob sie
Eine Person prüft, ob ein Käse bereits reif genug ist: Auch der BdV will nun zum dritten Mal bestimmte Policen unter die Lupe nehmen und prüfen, ob sie "Käse" sind. © dpa/picture alliance

Bereits zum dritten Mal kürt der Bund der Versicherten (BdV) den Versicherungskäse des Jahres. Heißt: Ein Versicherungsprodukt, das unnütz, zu teuer oder unverständlich ist – also schlichtweg Käse. Verbraucherschützer, Journalisten und Experten haben nun die drei Nominierten gewählt. Wer diesmal dabei ist und warum, erfahren Sie hier.

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Es ist eine zweifelhafte Ehre, auf die wohl jeder Versicherer gerne verzichten dürfte – die Wahl zum Versicherungskäse 2017. Der Bund der Versicherten (BdV) will mit dem Preis nunmehr zum dritten Mal  auf „zum Teil überflüssige, falsche oder auch geradezu irreführende Angebote“ der Versicherungswirtschaft hinweisen.

Drei Produkte hat die Jury bestehend aus den Experten für Verbraucherschutz Kerstin Becker-Eiselen, Edda Castelló und Lars Gatschke, dem Versicherungsberater Peter Schütt sowie der Journalistin Barbara Sternberger-Frey „aus den zahlreichen Einreichungen“, so der BdV, ausgewählt:

Den „KrebsAirbag“ der Ideal Lebensversicherung: Die Police soll im Falle einer Krebserkrankung eine bestimmte Summe an den Versicherten auszahlen von der er Lebensunterhalt, Therapie und Co. bezahlen kann. Ein Beispiel: Eine 40-jährige Frau bezahlt 20 Euro im Monat, um im Versicherungsfall eine Summe von 50.000 Euro zu erhalten.

Krebsversicherung spiele mit den Ängsten der Verbraucher

Was die Jury an dem Produkt kritisiert, fällt unter den Fachbegriff „Ausschnittsdeckung“. „Ich kann eine Eventualität absichern und kriege dann bestimmte Versicherungsleistungen. Und das widerspricht eigentlich dem Ansatz, den die Verbraucherzentralen führen, nämlich Risiken umfassend abzudecken“, sagt Jurymitglied Lars Gatschke, Versicherungsexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, gegenüber Inforadio.de. Außerdem spiele dieses Produkt mit den Ängsten der Verbraucher.

Als zweites ist die Elektronikversicherung „Saturn PlusSchutz 2 Jahre“ der Allianz nominiert. Sie springt ein, wenn dem Versicherten Smartphone, Tablet oder E-Book-Reader kaputt gehen oder gestohlen werden. „Wenn man sich anguckt, was abgesichert ist, ist das eine extrem schmale Absicherung“, findet Jurymitglied Gatschke. Denn: In diesem Fall müssten Kunden für zwei Jahre lang jeweils 120 Euro zahlen – und das bei einem 250-Euro-Handy.

Das dritte Produkt, das sich auf der Nominierten-Liste findet, heißt „bAV PlusCashback“ und stammt von der HDI Lebensversicherung. Hier erhält der Versicherte eine Prepaid-Kreditkarte, die der Arbeitgeber aufladen kann. Das Konzept findet die Jury allerdings so unverständlich, dass sie das Produkt für den diesjährigen Käse nominiert hat.

Im Mai wird der endgültige Sieger dann feststehen.

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