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Digitalisierung Warum es noch kein übersichtliches Rentenportal für alle gibt

Ein Rentner am Laptop: Das Projekt eines Rentenportals im Internet nimmt Zeit in Anspruch.
Ein Rentner am Laptop: Das Projekt eines Rentenportals im Internet nimmt Zeit in Anspruch. © dpa/picture alliance

Wie viel Rente steht mir zu? Welche Möglichkeiten zur Vorsorge gibt es? Ein Portal, das diese und weitere Fragen einfach beantwortet und einen Überblick über die aufgebauten Rentenansprüche aus allen drei Schichten gibt, wäre wohl für viele Deutsche ein Segen. Aber das dauert noch. Der Versicherungsverband GDV erklärt, warum.

| , aktualisiert am 19.12.2017 10:20  Drucken

Zwei Drittel der Bundesbürger kennen ihre Rentenansprüche nicht. Die Politik will deshalb eine säulenübergreifende Informationsplattform für Altersvorsorgethemen starten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterstützt das Projekt: „Die Menschen bekämen so schnell einen Gesamtüberblick über ihre künftigen Rentenansprüche und könnten auch eher auf Versorgungslücken reagieren“, sagt Peter Schwark, Geschäftsführer des GDV.

Aber es gibt einige Probleme, die den Plan aufhalten:

Es beginnt laut GDV schon bei der technischen Anbindung aller Träger der Altersvorsorge. Viele müssten ihre Daten erst für den Online-Abruf aufbereiten. Auch müssten die Daten eindeutig zuzuordnen sein.

Schwark schlägt daher die Nutzung der Steueridentifikationsnummer vor: „Mit einem Spezialgesetz ließe sich die Nutzung der Steuer-ID auch für das Rentenportal ermöglichen“, sagt er.

Auch sei das „Wie“ ein großes Problem. Die Beteiligten wie Deutsche Rentenversicherung, Pensionskassen, Arbeitgeber, berufsständische Versorgungswerke, Lebensversicherer, die Beamtenversorgung und Riester-Anbieter seien sich noch nicht sicher, wie sie genaue Angaben mit einem geringeren Aufwand verbinden sollten. Und nicht immer seien sich alle einig.

Vielmehr legten die Beteiligten auf unterschiedliche Punkte Wert:

Die Rentenversicherung sorge sich um seriöse Vergleichsrechnungen, die Arbeitgeber scheuten den Aufwand für die Berechnung der Direktzusagen. Auch die Versicherer hätten eigene Vorstellungen davon, wie die Rente berechnet werden soll: „Es muss ein Betrag sein, der sich in den Standmitteilungen der Versicherer wiederfindet“, sagt GDV-Geschäftsführer Schwark.

Klaus Morgenstern vom Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) rät daher zu Informationszwang:

„Es gibt ein sehr zersplittertes Altersvorsorge-Netz. Ich glaube nicht, dass sich daraus ein freiwilliges System entwickelt“, so Morgenstern. „Die Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass es eine Informationspflicht braucht.“

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