Ein Restaurant ist während des Corona-Lockdowns geschlossen: Das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen hat sich aufgrund der Pandemie gewandelt. © picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON
  • Von Juliana Demski
  • 30.11.2020 um 12:04
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Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Sicherheitsbedürfnis der Deutschen verändert – das berichtet jedenfalls die Mehrheit der Bundesbürger und ganz besonders die ältere Bevölkerungsgruppe, wie eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt. Demnach streben derzeit viele Bürger nach einer besseren finanziellen Vorsorge und Absicherung für die Zukunft.

Für 60 Prozent der Deutschen hat die Corona-Pandemie zu einem veränderten Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung geführt, wodurch vor allem das Thema Risikovorsorge an Bedeutung gewinnt. So lautet das zentrale Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). 16 Prozent teilen diese Meinung nicht, nahezu ein Viertel (24 Prozent) ist sich unsicher oder gab keine Antwort.

Interessant ist aber: Mit dem Alter steigen tendenziell auch die Anteile derer, die die Aussage als zutreffend empfinden – von 51 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre auf 70 Prozent bei den Menschen, die 60 Jahre oder älter sind.

Dabei sei es vor allem die finanzielle Vorsorge in Form von Rücklagen, die den Deutschen derzeit immer wichtiger werde, schreiben die Studienautoren. Denn: 46 Prozent der Befragten gaben an, dass die finanziellen Belastungen, die zum Beispiel durch Verdienstausfall oder gefährdete wirtschaftliche Existenzen in der Pandemiezeit entstanden sind, künftig zu einer stärkeren Bildung von finanziellen Rücklagen führen werden. 27 Prozent sehen das anders, und weitere 27 Prozent enthielten sich einer Meinung. Auch hier gilt: Befragte ab 60 Jahren stimmen dieser Aussage etwas häufiger zu als die übrigen Altersgruppen (49 gegenüber 43 bis 46 Prozent).

Laut Umfrage ist in dieser Hinsicht zudem ein leichtes Ost-West-Gefälle zu erkennen:

So gehen westdeutsche Befragte etwas häufiger davon aus als ostdeutsche, dass die finanziellen Belastungen in der Bevölkerung zukünftig zu einer stärkeren Bildung finanzieller Rücklagen führen werden (47 zu 43 Prozent). Entsprechend empfinden sie die Aussage auch seltener als nicht zutreffend (26 zu 31 Prozent).

„Ein etwas differenzierteres Antwortbild ergab die Frage, ob das Vertrauen in staat­­liche Einrichtungen, während Krisenphasen angemessen zu intervenieren, in der Bevölkerung zunimmt“, wissen die Autoren weiter zu berichten. Insgesamt glauben das 35 Prozent. Ähnlich viele Befragte (37 Prozent) sind gegenteiliger Auffassung. Zudem denken Befragte ab 60 Jahren häufiger als die übrigen, dass die Aussage zutrifft (42 Prozent gegenüber 28 bis 36 Prozent). Befragte zwischen 40 und 59 Jahren lehnen diese These hingegen besonders oft ab (40 bis 41 Prozent gegenüber 34 bis 35 Prozent).

Skepsis über Krisen-Management bei AfD-Anhängern am größten

Westdeutsche Befragte stimmen zu fast gleichen Teilen der Aussage zu beziehungsweise lehnen sie ab (36 zu 35 Prozent), wohingegen ostdeutsche Befragte relativ-mehrheitlich der Meinung sind, dass das Vertrauen gegenüber staatlichen Einrichtungen, in Krisenzeiten angemessen zu handeln, in der Bevölkerung nicht zunimmt (44 zu 32 Prozent).

Auch in Abhängigkeit von der Parteipräferenz bestehen hier teils erhebliche Unterschiede. „Während unter den Wählern der Regierungsparteien knapp über 50 Prozent ein wachsendes Vertrauen annehmen, sind es unter den Wählern der Oppositionsparteien deutlich weniger. Bei den AfD-Anhängern gar nur 19 Prozent“, so die Autoren.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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