Christian Geier ist Vorstand bei der FP Finanzpartner AG. © FP Finanzpartner AG
  • Von Redaktion
  • 07.10.2020 um 14:46
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Im Dschungel der Versicherungstarife ist es schwierig, die Perlen zu finden. Jeden Monat stellt unser Gastautor Christian Geier, Vorstand der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl, daher in seiner Kolumne ein Produkt vor, und gibt seinen Senf dazu. Dieses Mal: Die Rentenversicherung Privat-Rente Index der Barmenia.

Wer nach den größten Krankenversicherern in Deutschland sucht, findet die Barmenia immer in den Top 10, fast egal nach welcher Sortierung. Fast 1,3 Millionen Versicherte sind auch eine echte Hausnummer. Jetzt suchen Sie die Barmenia mal im Ranking der größten Lebensversicherer. Sie werden sich schwer tun, denn die gängigen Listen enden bei Platz 20. Und in der Regel ohne das durchaus sympathische Haus aus Wuppertal. Nimmt man die beliebte Kennzahl der gebuchten Bruttobeiträge, dann kommt die Barmenia mit 264 Millionen Euro auf ziemlich genau ein Zehntel der Alten Leipziger. Wenn man beide in der Hinsicht als „mittelständische Lebensversicherer“ bezeichnet, tut man mindestens einem Unrecht.

Immer wieder schön zu sehen ist, wie Gesellschaften agieren, um bei den Unternehmenskennzahlen die Deutungshoheit zu behalten. Das heißt regelmäßig, man zieht sich die schönsten raus und versieht sie mit der Geltung, die einem am besten passt oder am attraktivsten aussieht. Schlechte Zahlen werden gerne auch umerklärt, damit am Ende sogar ein Vorzug draus wird. Beispiel Barmenia: Man kam beim jüngsten Belastungstest von Morgen & Morgen auf die Höchstpunktzahl, was man natürlich voller Stolz vermeldet.

Beim parallel durchgeführten LV-Unternehmensrating gab es nur zwei von fünf Punkten. Hier verweist die Barmenia auf die in der Tat hohe Wachstumsquote, die jedoch in der Art eines natürlichen Mechanismus die freie RfB und die RfB-Quote in Mitleidenschaft zieht. Natürlich ist das wahr, und erfrischend offensiv dazu. Aber eine der Aussagen in der Aussage ist – die Barmenia Leben gehört zu den kleineren Spielern auf dem Markt und hat an der ein oder anderen Ecke noch Aufholpotenzial.

Lichtblicke bei den inneren Werten

Aber Größe allein ist ja nicht alles, es zählen bekanntlich die inneren Werte. Und da sieht man schon ein paar Lichtblicke. Wenn man sich näher beschäftigt, dann ist schnell erkennbar, dass dieser Versicherer um Transparenz bemüht ist. Eine Produktbeschreibung beschränkt sich nicht auf die fünf Highlights, sondern hat Kleinroman-Stärke. Die Performance der Indizes (wir kommen später noch genauer darauf) war in den vergangenen Jahren einfach nur schlecht – kann aber jeder einfach über Google nachrecherchieren. Anderswo läuft man sich einen Wolf, um solche Infos zu bekommen. Und bei der Produktgestaltung hat man sich ganz klar vorgenommen, ein kundenfaires Versicherungsangebot zu schaffen. Leider ist das nicht gleichzustellen mit kundenorientiert. Denn man setzt voraus, dass der Kunde eine Leidenschaft für die ungezählten Spielarten einer Rentenversicherung pflegt; aber auch dazu gleich mehr.

So kurz wie möglich gesagt: Die Barmenia Privat-Rente Index ist eine Rentenversicherung mit zwei hauseigenen Indizes in der Cap-Variante. Aber das wäre zu einfach (und zu schön…) gewesen. Denn dann gibt es schon mal vier verschiedene Verrentungsformen (mit/ohne Teilauszahlung, Vollauszahlung, mit Pflege-Option). Das ist an sich nicht lumpig, dass der Kunde die Auswahl hat. Aber wir Berater müssen ihm das halt erklären, dass beim sogenannten „Rentenvorschuss“ …

  1. … er eine Rentengarantiezeit haben kann (freilich abhängig vom Renteneintrittsalter),
  2. … er sich diese Rentengarantiezeit auszahlen lassen kann, selbst wenn die Rente schon läuft,
  3. … nach Ablauf der Rentengarantiezeit die Rente wieder einsetzt (wenn der Kunde jetzt fragt, wie hoch das dann sein wird, muss man die Beratung leider spontan abbrechen),
  4. … nach Ausübung der Pflege-Option das alles natürlich NICHT geht,
  5. … aber auf jeden Fall alles kostenfrei ist.

Solche Verknüpfungsmöglichkeiten sind ein sicherer Weg, den Kunden mausetot zu schwätzen.

Auch  „Todesfallleistungen in der Aufschubzeit können  mit den Todesfallleistungen im Rentenbezug beliebig kombiniert werden. Die Todesfallleistungen für die Rentenbezugsphase können bis zum Rentenbeginn noch geändert werden.“  Gottseidank. Dass man auch noch eine „Star-Dynamik“ dazu wählen kann, ist nur konsequent. Die Funktionsweise an dieser Stelle auszuführen, sprengt aber den Rahmen. Danke für Ihr Verständnis.

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