Der Morgenkaffee dampft in der Tasse. Den PC mit zwei Monitoren vor der Nase, beantwortet Versicherungsmakler Ronny Meßmann aus Brandenburg an der Havel zuerst die E-Mails, auf die er über die App seines Mobiltelefons noch nicht reagiert hat. Danach checkt er die Newsletter und Nachrichten, die in der Nacht eingegangen sind. Gleichzeitig vibriert das Handy auf dem Tisch. Soweit nichts Ungewöhnliches im Büroalltag eines Maklers.

Doch Meßmann schreibt nicht nur E-Mails. Er bloggt und postet vor allem aus seinem Makleralltag bei Facebook. Auch Whatsapp nutzt er für die Kommunikation. Einem festen Plan folgt er allerdings nicht. „Ich poste am liebsten spontan Dinge aus dem laufenden Geschäftsbetrieb“, sagt er. „Unser Imagevideo war auch nicht geplant und erzielte in drei Monaten über 20.000 Aufrufe. Viele Neukunden beziehen sich auf das Video bei Facebook"  resümiert der 36-Jährige. Er führt penibel Statistik über die Herkunft der Anfragen. So weiß er genau, welche Kanäle am besten funktionieren und kalkuliert das Marketing-Budget entsprechend. „Und ein Video sagt mehr als tausend Fotos“, so der Makler. Daher empfiehlt er seinen Kollegen ebenfalls ein filmisches Aushängeschild.

Diesem Tipp schließt sich Peter Schmidt, Inhaber der Unternehmensberatung Consulting & Coaching Berlin, uneingeschränkt an und rät außerdem: „Das digitale Maklerbüro funktioniert nur mit einer Homepage, einem Verwaltungsprogramm und digitalen Prozessen.“ Die Internetpräsenz diene dabei nicht der einseitigen Präsentation, sondern ermögliche die Kontaktaufnahme der Kunden und Interessenten. „Da ist vieles denkbar, zum Beispiel eingebundene Vergleichsrechner oder ein Kundenportal, bei dem Schadensmeldungen, Adressänderungen oder ähnliches selbst vorgenommen werden können bis hin zur Online-Beratung. Der Makler verschafft sich damit mehr Zeit und bindet die Kunden gleichzeitig an sich“, so Schmidt. Welche sozialen Medien ein Makler nutzt, muss jeder für sich herausfinden. Dass diese Kommunikationsformen jedoch eingesetzt werden sollten, daran zweifelt Unternehmensberater Schmidt nicht.

Ebenso wenig daran, dass Makler nur erfolgreich sind und sein werden, wenn sie wirtschaftlicher arbeiten als bisher. „So manch einer ist als guter Verkäufer und Berater gestartet, doch nur diejenigen werden überleben, die unternehmerisch denken und handeln“, ist Schmidt überzeugt. Es fehle oft die Professionalität. Dazu gehören Ziele sowie effiziente Prozesse. Wer über dieses Wissen noch nicht verfügt, sollte sich weiterbilden. Kurse dafür bieten die Industrie- und Handelskammern sowie viele Bildungsträger an.