Gemeinsam sind wir stark: Mit bunt bemalten Steinen an vielen Orten Deutschlands verleihen die Bürger ihrer Hoffnung nach Zusammenhalt Ausdruck. Der vierjährige Emil und sein Vater gehen hier am 18. April 2020 in Thüringen an von Kindern bemalten Steinen entlang, die die Ortschaften Azmannsdorf und Linderbach symbolisch miteinander verbinden. © picture alliance/Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 27.04.2020 um 18:08
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Die Zeichen verdichten sich, dass die Geschäfte der Versicherungsvermittler unter der Corona-Krise massiv leiden. Bereits zwei Drittel der Vermittler beklagten Umsatzeinbußen, wie der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) auf Basis einer aktuellen Umfrage meldet. Hier kommen alle Zahlen im Detail.

„Corona-Krise schlägt auf fast alle Versicherungsmakler durch“, titelte Pfefferminzia am Montag. Grundlage bildet eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe g/d/p, wonach gut neun von zehn Versicherungsmakler in Deutschland (86 Prozent) bereits jetzt die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren bekommen.

Wenige Stunden später hat dann auch der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) die Ergebnisse einer eigenen Vermittler-Umfrage vermeldet – andere Studie, gleiches Bild, lässt sich das Ganze grob zusammenfassen.

„Von den 1.628 Teilnehmern klagten bereits zwei Drittel über Umsatzeinbußen“, teilt der BVK mit. Weitere 25 Prozent können demnach noch nicht absehen, wie sich der Umsatz entwickeln wird. Nur elf Prozent der Teilnehmer hätten bislang keine Rückgänge hinnehmen müssen.

Die Einbußen, die laut der Umfrage von Vermittlern beklagt werden, haben es in sich: So lag der Umsatzrückgang im Durchschnitt bei fast 38 Prozent.

Aufgeschlüsselt nach Vertriebswegen sind Mehrfachvertreter mit einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 43,3 Prozent stärker betroffen als die beiden anderen Vertriebswege Makler (38,9 Prozent) und Einfirmenvertreter (37,8 Prozent).

Zudem verzeichneten kleinere Vermittlerbetriebe tendenziell größere Umsatzrückgänge als größere Betriebe – womit sich hier ein abweichendes Ergebnis zur eingangs erwähnten Umfrage zeigt. Letztere kam zu dem Schluss, dass Maklerbüros mit vier und mehr Mitarbeitern von der Krise deutlicher betroffen seien als Ein-Mann-Betriebe. Von Storni und Vertragskündigungen sind laut BVK-Umfrage alle Sparten betroffen.

90 Prozent der Teilnehmer verzeichnen Rückgänge in den Sparten Leben und Kranken. 47 Prozent der Teilnehmer haben Rückgänge aus den SHUR-Sparten und knapp 20 Prozent im Kfz-Bereich“, berichtet der Verband weiter. Dass Makler mit den Spartenschwerpunkten Leben und Kranken von der Krise tendenziell stärker betroffen sind, berichtete auch die Forschungsgruppe g/d/p auf Basis ihrer Umfrage mit.

87 Prozent erwarten Ergebnis unter Vorjahr

Aus Sicht des BVK ist infolgedessen auch die Antwort auf die Frage nach dem erwarteten Geschäftsergebnis für 2020 im Vergleich zum Vorjahr „nicht verwunderlich“: 87 Prozent der Teilnehmer sehen demnach ein schlechteres Ergebnis für dieses Geschäftsjahr voraus.

„Diese Daten zeigen, dass auch unser Berufsstand massiv von der Corona-Krise getroffen wurde“, sagt BVK-Präsident Michael Heinz, der die Zahlen zum Anlass nimmt, um sich bei der Bundesregierung Verhör zu verschaffen.

So habe der Verband unlängst Bundeskanzlerin Angela Merkel angeschrieben und gebeten, dass die Versicherungsvermittler ebenfalls bei den Rettungsmaßnahmen der Wirtschaft berücksichtigt werden sollen (wir berichteten). Zumal der Berufszweig „für die Absicherung der Bevölkerung einen wichtigen sozialpolitischen Auftrag zu erfüllen“ habe, wie Heinz betonte.

 

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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