Bilanzkennzahlen der Hanse-Merkur „In der Altersvorsorge warten wir erstmal ab“

Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender Hanse-Merkur Versicherungsgruppe, während der Pressekonferenz am 26. April 2016.
Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender Hanse-Merkur Versicherungsgruppe, während der Pressekonferenz am 26. April 2016. © Hanse-Merkur

Die Hanse-Merkur hat ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorgelegt. Die Bruttobeitragseinnahmen hat der Versicherer über alle vier Geschäftsbereiche auf 2,04 Milliarden Euro gesteigert. Insgesamt ging es für die Hamburger damit um 14,9 Prozent nach oben. Während es in der Krankenversicherung gut lief, will sich der Versicherer bei der Altersvorsorge erstmal zurückhalten.

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Der Konzernüberschuss vor Steuern, Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) und Schwankungsrückstellung lag bei 265,3 Millionen Euro. Das ist etwas schwächer als 2014 (270,9 Millionen Euro), aber trotzdem das bislang zweitbeste Ergebnis des Versicherers. Den höchsten Wert in der Unternehmensgeschichte erreichte der Jahresüberschuss nach Steuern mit einer Steigerung um 51,2 Prozent auf 62,6 Millionen Euro.

Kräftig um 66,6 Millionen Euro ausgebaut, hat die Hanse-Merkur auch das Konzern-Eigenkapital. 352,8 Millionen Euro sind es nun insgesamt. Der Kundenbestand stieg um rund 600.000 auf 9,3 Millionen Versicherte. 

Die Ergebnisse im Geschäftsfeld Gesundheit und Pflege

Im wichtigsten Geschäftsbereich der Hanse-Merkur, Gesundheit und Pflege, stiegen die Beitragseinnahmen 2015 um 12,1 Prozent (Branche: plus 1,4 Prozent) auf 1,3 Milliarden Euro. Der Nettozugang in der Vollversicherung betrug 5.816. Bei den Zusatzversicherungen entschieden sich 7.014 Kunden für die Hanse-Merkur.

Die Ergebnisse im Geschäftsfeld Altersvorsorge

Im Geschäftsfeld Altersvorsorge sah es nicht ganz so rosig aus. Der gesamte Versicherungsbestand, gemessen an der Versicherungssumme, hat sich im Geschäftsjahr 2015 insgesamt um etwa eine Milliarde auf 14,3 Milliarden Euro erhöht. Dabei ist das Neugeschäft um 40,4 Prozent an eingelösten Verträgen auf 25.153 sowie der zugehörige laufende Jahresbeitrag um 51,8 Prozent auf 15 Millionen Euro gesunken. Der Neuzugang des laufenden Jahresbeitrags verzeichnete einen Rückgang von 45,7 Prozent auf 18,5 Millionen Euro. Die neu zugegangenen Einmalbeiträge erhöhten sich aber auf 301,8 Millionen Euro, nach 209 Millionen Euro im Vorjahr. Der Neuzugang nach Beitragssumme ist um 36,7 Prozent auf 834,4 Millionen Euro gesunken.

Zu den weiteren Ergebnissen der Geschäftsfelder geht es hier.

Wegen des unsicheren Umfelds in der Altersvorsorge – die aktuellen Diskussionen um eine Renten-Reform etwa – hat die Hanse-Merkur beschlossen, hier erstmal „auf die Bremse zu treten“, sagte Vorstandschef Eberhard Sautter. „Man kann jetzt ja schlecht den Vertrieb von Riester-Renten forcieren und in zwei Jahren heißt es von Seiten der Politik, dass Riester abgewickelt wird.“ Man halte an Riester fest, „aber wir warten erstmal ab“, so Sautter weiter.

Neue Krebsversicherung gestartet

Im vergangenen Jahr kaufte die Hanse-Merkur 75 Prozent plus eine Aktie des liechtensteinischen Versicherers CSS. Nach einem neuen Namen, Advigon, wird der Versicherer in diesem Jahr mit neuen Produkten an den Markt gehen. So startete im April sowohl der Vertrieb einer neuen Premium-BU als auch der Verkauf einer Single-Dread-Disease, die auf die Krankheit Krebs fokussiert ist. Vier Bausteine gibt es dabei, die der Kunde beliebig kombinieren kann: Ein Diagnosegeld, stationäre Wahlleistungen, ambulante Kostenerstattung und Vor- und Nachsorge.
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