11
Assekuranz der Zukunft› zur Themenübersicht

Axel Kleinlein zum Provisionsdeckel „Bin nicht bereit, auf 50 Prozent meines Gehalts zu verzichten“

Sieht das Problem des Provisionsdeckels bei den Versicherern: BdV-Chef Axel Kleinlein.
Sieht das Problem des Provisionsdeckels bei den Versicherern: BdV-Chef Axel Kleinlein. © dpa/picture alliance

Der Chef des Bunds der Versicherten, Axel Kleinlein, hat auf einen Brief eines Vertrieblers zur aktuellen Provisionsdeckeldebatte geantwortet. Der Vermittler schlägt vor, dass Kleinlein – der einen Provisionsdeckel begrüßt – auf 50 Prozent seines Gehalts verzichten soll. Wie sich Kleinlein zum Vorschlag äußert, lesen Sie hier.

| , aktualisiert am 31.07.2018 11:16  Drucken

Axel Kleinlein, Chef des Bunds der Versicherten und deutlicher Befürworter eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung, hat Post bekommen. Ein Vertriebler fragte in dem Brief, „ob Herr Kleinlein nicht freiwillig auf 50 Prozent seines Gehaltes verzichten möchte/kann und gleichzeitig freiwillig in die Haftung genommen werden möchte dieses eventuell auch Jahre später noch zurückzahlen zu müssen auch wenn Ihn selbst kein Verschulden trifft.“

Gleich am Anfang der Antwort stellt Kleinlein klar: „Ich kann Ihre Emotionalität verstehen und bestätige Ihnen gerne, was Sie erwarten: nämlich, dass auch ich nicht bereit bin einfach so freiwillig auf 50 Prozent meines Gehalts zu verzichten (das im Übrigen deutlich unter dem liegt, was ein Versicherungsvorstand so verdient).“

Kleinlein schreibt auch, dass es in seinen Augen Sinn ergibt, „wenn es noch Vermittler aus Fleisch und Blut gibt“. Auch von einer guten, qualifizierten Beratung samt angemessener Vergütung sei er angetan. Das Problem an der Sache läge woanders: Vermittler müssten die Möglichkeit haben, „gute, einfache und verständliche Produkte verkaufen zu können. Ist der Beratungsaufwand geringer, dann kann das auch mit etwas geringeren Provisionen klappen.“ Was ein Vermittler aber derzeit zu verkaufen habe, sei größtenteils „Mist“, so der Verbraucherschützer. Vor allem in der Lebensversicherungsbranche sei das der Fall.

„Die Produkte sind zu kompliziert und zu schlecht, als dass ein Vermittler sie so einfach verkaufen könnte“, so Kleinlein weiter.

Die Schuld daran, dass der Provisionsdeckel die Vermittler so sehr belaste, treffe also vor allem die Versicherer selbst. Auch die Versuche der Politik, Abhilfe zu schaffen, seien missglückt. „Zuletzt war das beim Lebensversicherungsreformgesetz der Fall. Da hat der Bundestag den sogenannten Zillmersatz von 4 Prozent auf 2,5 Prozent gesenkt. Eigentlich wollte er damit die Provisionen senken“, so Kleinlein. Dass höhere Provisionen auch weiterhin gezahlt werden, habe das Gesetz nicht verhindern können. 

Kleinleins Zukunftsprognose: mehr digitale Lösungen  

„Heute sind es Reiseversicherungen, die über Alexa verkauft werden, morgen vermutlich auch andere Produkte.“ Die Versicherer stünden mit dem Rücken zur Wand. „Da braucht es niemanden zu wundern, dass nicht nur die Versicherten, sondern auch die Vermittler von den Versicherungskonzernen alleine gelassen werden. In der Diskussion um die Provisionen offenbart sich das sehr deutlich. Die Diskussion geht letztlich nicht darum, ob sie 4 Prozent oder 1,5 Prozent bekommen sollen.“ Es gehe vor allem darum, ob es auf Dauer überhaupt noch Provisionen geben werde, so der BdV-Chef.

So lauten die Argumente von Maklern gegen eine Provisionsbegrenzung

Mit welchen Argumenten sich Verbände, Makler und Maklerpools gegen eine Begrenzung der Provisionen in der Lebensversicherung zur Wehr setzen, erfahren Sie hier im Überblick.

Blick in die Zukunft: IDD-lizensiertes Webinar zum Brexit
Werbung


Lars Heermann von Assekurata und Christian Nuschele, Vertriebschef von Standard Life, analysieren im Webinar kritisch die Herausforderungen, die der Brexit mit sich bringt.

Darüber hinaus wagen sie einen Blick in die Zukunft, verbunden mit einer Analyse, welche Produkte künftig im Niedrigzinsumfeld punkten können. Neben aktuellen Fakten für ihre Kundenberatung, erhalten Makler durch das Webinar auch IDD-relevante Weiterbildungszeit.

Am Mittwoch, 20. Februar 2019, um 15 Uhr

Jetzt anmelden!

Warum Multi-Asset-Fonds so beliebt sind
Werbung

Die Multi-Asset-Konzepte erfreuen sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Woran liegt das? Welche Vorteile bieten sie Anlegern? Und welche Rolle spielen bei den Multi-Asset-Fonds Themen wie Technologie, Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit im Fondsuniversum?

Im Interview mit dem Wirtschaftsjournalisten Andreas Franik gibt Stephan Hoppe, Direktor Investment Strategie bei Standard Life, Antworten auf diese Fragen und eine Einschätzung für das Börsenjahr 2019.

Ausblick 2019: Wie wirkt sich der Brexit auf meine britische Lebensversicherung aus?
Werbung

Niedrige Zinsen, Kursschwankungen an den Aktienmärkten, regulatorische Änderungen und der sich nähernde Brexit haben das Jahr 2018 geprägt. Wie geht es weiter? Und welche Veränderungen erwarten britische Versicherer und ihre Kunden im deutschen Markt?

Das erklärt der Vertriebschef von Standard Life Deutschland, Christian Nuschele, im Gespräch mit dem Wirtschaftsmoderator Andreas Franik auf dem Parkett der Frankfurter Börse.

Aktienorientierte Altersvorsorge: Was bringen eigentlich Small Caps?
Werbung

Was genau sind sogenannte Small Caps? Und welche Vorteile bieten sie bei der aktienorientierten Altersvorsorge? Das verrät Michael Heidinger von Aberdeen Standard Investments. Hier geht es zum Interview mit Andreas Franik an der Börse Frankfurt.

Schutz der Kundengelder durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz
Werbung


Knapp 200 Jahre krisenfester Unternehmensgeschichte bezeugen, dass der Schutz und die Sicherheit der Kundengelder dem Lebensversicherer Standard Life sehr wichtig sind. Diese werden durch ein zuverlässiges Sicherheitsnetz gewährleistet – auch nach dem Brexit.

Erfahren Sie hier, wie das Sicherheitsnetz von Standard Life genau konzipiert ist und wie die einzelnen Sicherheitsmechanismen ineinandergreifen.

Die Zukunftspläne von Standard Life unter dem Dach der Phoenix Gruppe
Werbung

Seit September 2018 gehört Standard Life der Phoenix Gruppe an. Erfahren Sie im Interview mit Susan McInnes, Chefin von Standard Life und Gruppendirektorin, mehr über die Pläne von Standard Life nach der Übernahme durch den neuen Inhaber.