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Auswirkungen der IDD Fast jeder zehnte Vermittler will Versicherungsgeschäft aufgeben

Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung, sieht angesichts der Erkenntnisse aus dem aktuellen Vermittlerbarometer noch Bedarf für viel Aufklärung hinsichtlich der neuen rechtlichen Vorgaben.
Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung, sieht angesichts der Erkenntnisse aus dem aktuellen Vermittlerbarometer noch Bedarf für viel Aufklärung hinsichtlich der neuen rechtlichen Vorgaben. © AfW

Knapp jeder zehnte Vermittler (9 Prozent) will das eigene Versicherungsgeschäft aufgrund des gestiegenen Verwaltungsaufwands im Zuge der IDD-Reform aufgeben. Zu diesem Ergebnis kommt das 11. Vermittlerbarometer des AfW Bundesverbands Finanzdienstleistung.

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Die IDD-Umsetzung macht der großen Mehrheit der Versicherungsvermittler in Deutschland erheblich zu schaffen: 90 Prozent der Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler in Deutschland melden einen gestiegenen (Zeit-)Aufwand für die Terminierung, Vorbereitung und Dokumentation von Kundengesprächen durch die Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD (Insurance Distribution Directive). Zu diesen Ergebnissen kommt eine Befragung im Rahmen des 11. AfW-Vermittlerbarometers.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) sehen aufgrund dieses Verwaltungsaufwands „eine zwingend notwendige Umstellung der Arbeitsprozesse“, berichtet der AfW. Für ein Drittel der Befragten (35 Prozent) ist eine Folge der IDD, dass sie sich nur noch auf bestimmte Produkte konzentriert. 

Und nicht wenige Vermittler ziehen noch viel deutlichere Konsequenzen:

Gut jeder Zehnte (9 Prozent) will sein Versicherungsvermittlungsgeschäft nach Paragraf 34d Gewerbeordnung komplett aufgeben.

Doch offenbar herrscht bei vielen Vermittlern auch ein hohes Maß an Gelassenheit vor: So meinen zwar rund 48 Prozent der Befragten, dass sich ihre Arbeit mit der IDD sehr wohl verändert habe, fast ebenso viele – knapp 43 Prozent – sind aber nicht dieser Meinung: sie sehen keine Veränderung.

„Wenn über 40 Prozent der Vermittler angeben, dass sich durch die IDD ihr Arbeitsalltag nicht verändert habe, dann werden wir noch mehr Aufklärungsarbeit machen müssen“, stellt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher fest.

Anlass hierzu biete das Inkrafttreten der neuen Verordnung über die Versicherungsvermittlung und -beratung am 20. Dezember 2018 mit ihren neuen Regelungen etwa zur Erstinformation, zum Beschwerdemanagement sowie zur regelmäßigen Weiterbildung, ergänzt Rottenbacher.

Positiv im Zuge der IDD sei, so der AfW weiter, dass sich bei 32 Prozent der Befragten die Rechtssicherheit erhöht habe. Allerdings machen nur 7 Prozent der Vermittler ein verbessertes Image beim Kunden aus.

Hintergrund:

84 Prozent der 1.340 Befragten sind als Versicherungsmakler registriert. Das Durchschnittsalter beträgt 53,42 Jahre. 63 Prozent treten als Einzelkaufleute auf und durchschnittlich arbeiten die Vermittler mit zwei Pools und/oder Verbünden zusammen.

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