In der Corona-Krise ging die Zahl der Unfälle zurück. © Pixabay
  • Von Achim Nixdorf
  • 28.05.2021 um 08:59
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Trotz der Corona-Pandemie hat sich der positive Trend in der Schaden- und Unfallversicherung im Geschäftsjahr 2020 weiter fortgesetzt. Das zeigt der Marktausblick der Kölner Rating-Agentur Assekurata. Demnach konnte die Sparte nicht nur weiter wachsen, sondern auch ihre Profitabilität erhöhen. Alles zu den Hintergründen lesen Sie hier.

Die Corona-Pandemie hat zahlreichen Wirtschaftszweigen hart zugesetzt. Es gibt aber auch Gewinner der Krise. So konnten etwa die Schaden- und Unfallversicherer 2020 ihren Wachstumskurs fortsetzen und sogar mehr Gewinn erzielen. Das geht aus dem aktuellen „Marktausblick zur Schaden-/Unfallversicherung“ der Rating-Agentur Assekurata hervor.

„Die pandemiebedingt verringerte Mobilität hat 2020 zu einem deutlichen Rückgang von Verkehrs-, Sport- und Freizeitunfällen geführt“, sagt Dennis Wittkamp, Fachkoordinator Schaden-/Unfallversicherung bei Assekurata. „Zusätzlich haben vergleichsweise geringe Elementarschäden dazu beigetragen, dass die Versicherer im Geschäftsjahr 2020 den versicherungstechnischen Gewinn deutlich von 5,2 auf 7,4 Milliarden Euro steigern konnten.“

Branche auch beitragsseitig im Plus

Auch beitragsseitig habe die Branche ihren Wachstumskurs fortsetzen können, wenngleich die Einnahmen mit 2,1 Prozent etwas weniger stark angestiegen seien als im Mittel der vergangenen 10 Jahre (2,9 Prozent).

Die Versicherungsleistungen sanken laut Wittkamp von 53,3 auf 52 Milliarden Euro. So sei die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von 92,8 auf rund 90 Prozent zurückgegangen, was im Vergleich zum Mehrjahresdurchschnitt von 95,7 Prozent einen sehr guten Wert darstelle.

„Schadenseitig profilierten sich neben der Hausratversicherung insbesondere die Haftpflichtversicherung und die Unfallversicherung erneut als solide Erfolgslieferanten“, heißt es in dem Marktausblick. „Ferner profitierte die Kraftfahrtversicherung von einer geringeren Schadenbelastung und positionierte sich 2020 deutlich ertragreicher als in der Vergangenheit. Darüber hinaus erwies sich der Zweig neben der Rechtsschutzversicherung auch als wesentlicher Wachstumstreiber der Branche.“

Preiswettbewerb in der Kfz-Sparte

„Die pandemiebedingten Rückgänge auf der Schadenseite dürften sich auch 2021 weiter fortsetzen und die Ertragssituation der Branche erneut positiv beeinflussen“, ist sich Dennis Wittkamp sicher. Mit Blick auf die Kraftfahrtversicherung hält er sogar einen erneuten Preiswettbewerb für möglich. „Die Schadenentwicklung eröffnet Raum für marktweite Beitragssenkungen, ohne die Profitabilität allzu negativ zu beeinflussen. Durch Beitragsrückerstattungen für das Jahr 2020 sinkt zudem das Beitragsniveau für das Wechselgeschäft 2021/2022. Wer dort eine Rolle spielen will, wird nicht umhinkommen, die Prämien ebenfalls auf ein entsprechendes Niveau abzusenken“, prognostiziert Wittkamp.

Profitiert haben von der Pandemie laut Assekurata zufolge auch die Anbieter von Cyberversicherungen, deren Neugeschäft merklich angezogen sei. Schadenseitig habe die Krise diesem Zweig aber eher geschadet. Immer weniger Anbieter erachteten die Prämieneinahmen daher noch als auskömmlich.

Positiver Trend setzt sich fort

Mit Blick auf das laufende Jahr geht man bei der Rating-Agentur davon aus, dass sich der positive Schadentrend in der Kraftfahrt-, Hausrat- und Unfallversicherung weiter fortsetzen wird. „Zwar ist die Mobilität in den ersten fünf Monaten nicht so deutlich abgesunken wie 2020, gegenüber 2019 zeigt sich allerdings noch immer ein deutlicher Rückgang. Somit dürfte die Schadenbelastung in den genannten Zweigen noch immer vergleichsweise gering ausfallen“, erläutert Wittkamp.

Auf der anderen Seite würden sich die negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen weiterhin in der Betriebsschließungs- und der Kreditversicherung sowie der Rechtsschutz- und Veranstaltungsausfallversicherung niederschlagen.

Wie sich der Geschäftsverlauf für das Jahr 2021 insgesamt entwickelt, hängt laut Wittkamp unter anderem davon ab, in welcher Form und wie schnell sich die gesamtwirtschaftliche Situation wieder normalisiert. „Mit weiter sinkenden Inzidenzen, dem Fortschreiten der Impfkampagne und ersten Öffnungsschritten ist die Grundlage für eine höhere wirtschaftliche Dynamik im zweiten Halbjahr 2021 gelegt“, zeigt er sich überzeugt. „Auf dieser Basis rechnen wir für 2021 mit einem marktweiten Beitragswachstum knapp oberhalb des Niveaus von 2,1 Prozent aus dem Jahr 2020.“

Interessenten können den Bericht auf der Internetseite www.assekurata.de bestellen (kostenpflichtig).

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Achim

Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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