Firmenchefs können mit einer betrieblichen Krankenversicherung gutes Geld sparen durch eine Senkung der Krankheitsausfälle. © fabrikasimf/Freepik
  • Von René Weihrauch
  • 27.06.2022 um 09:06
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Wenn es um den Nutzen einer betrieblichen Krankenversicherung geht, betonen Makler in der Beratung gern die positive Auswirkung auf das Employer Branding. Richtig so. Darüber hinaus sollten sie aber auch auf die handfesten ökonomischen Effekte der bKV hinweisen. Hier einige Rechenbeispiele.

Im Wettbewerb um begehrte Fachkräfte sind Unternehmen, die eine bKV anbieten, klar im Vorteil. Beschäftigte schätzen die betriebliche Krankenversicherung als eines der begehrtesten Benefits überhaupt. Was vielen Arbeitgebern aber oft gar nicht richtig bewusst ist: Die konkreten Einsparungen durch eine bKV sind in der Regel so hoch, dass sich die Ausgaben – zumindest in Teilen – häufig selbst finanzieren. 

Fundierte wissenschaftliche Untersuchungen dazu gibt es momentan noch nicht. Dennoch lassen sich seriöse ökonomische Betrachtungen anstellen. So hat zum Beispiel die Hallesche aus langjährigen Erfahrungswerten einige realistische Beispielrechnungen erarbeitet.  

Kosten-Nutzen-Rechnung bei 100 Beschäftigten

Dabei ging der Krankenversicherer von einem Unternehmen mit 100 Mitarbeitern und einem Durchschnittsbruttoeinkommen von 33.340 Euro aus. Bei einem bKV-Budgettarif mit einem Monatsbeitrag von 28,27 Euro pro Mitarbeiter entstünde diesem Unternehmen eine monatliche Belastung von 2.827 Euro, was 33.924 Euro im Jahr entspricht. 

Die Einführung einer bKV wirkt maßgeblich auf die vier folgenden Faktoren ein und kann diese Kostenpunkte positiv beeinflussen:

  • Absentismuskosten (erkrankte Beschäftigte fehlen bei der Arbeit) 
  • Präsentismuskosten (Mitarbeiter gehen krank und damit vermindert leistungsfähig zur Arbeit)
  • Ausfall von Mitarbeitern, die Angehörige pflegen
  • Fluktuationskosten 
Diese Kosten verursachen kranke Mitarbeiter

Das Kostensenkungspotenzial einer bKV in diesen Bereichen ist enorm. Beispiel Absentismuskosten: Bei angenommenen 14,7 Krankheitstagen je Mitarbeiter entstehen unserem Beispielunternehmen allein an Lohnfortzahlungskosten insgesamt mehr als 320.000 Euro im Jahr. Hinzu kommen die täglichen Ausfallkosten, so dass unter dem Strich Ausgaben von rund 550.000 Euro stehen. Gelingt es nun, die Krankheitstage durch die positiven Effekte einer bKV um nur einen halben Tag im Durchschnitt zu senken, ergäbe sich daraus eine jährliche Ersparnis von 18.750 Euro.  

Ähnlich sieht es bei den Effekten durch eine Verringerung der Präsentismuskosten aus. Schon durch eine 6-prozentige Senkung ergibt sich laut der Berechnung der Hallesche eine Jahresersparnis von 12.000 Euro. Die angenommenen Beitragszahlungen von 33.924 Euro hätten sich allein durch diese beiden Posten annähernd rentiert. Hinzu kommen Ersparnisse durch geringere Fluktuation und weniger Ausfälle, die zum Beispiel durch die Pflege von Angehörigen entstehen.  

Tipp zum Schluss: Einige Versicherer haben Apps entwickelt, die bei der Kosten-Nutzen-Rechnung helfen. Eine wertvolle Argumentationshilfe für Ihr nächstes Verkaufsgespräch! 

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René

René Weihrauch

René Weihrauch arbeitet seit 35 Jahren als Journalist. Einer seiner Schwerpunkte sind Finanz- und Verbraucherthemen. Neben Pfefferminzia schreibt er für mehrere bundesweit erscheinende Zeitschriften und international tätige Medienagenturen.

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