Das Logo der Allianz auf einem Gebäude: Auch der Marktführer muss 2020 bei der Überschussbeteiligung kürzer treten. © dpa
  • Von Juliana Demski
  • 22.01.2020 um 12:59
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:30 Min

Nachdem das vergangene Jahr ganz im Zeichen der Stabilität stand, muss sich die Mehrzahl der Lebensversicherer nun doch dem anhaltenden Niedrigzinsniveau fügen. 22 von 38 Anbietern haben ihre Überschussbeteiligung für klassische Rentenversicherungen im Jahr 2020 gesenkt – darunter auch der Marktführer Allianz, wie eine vorläufige Bilanz zeigt.

22 von 38 Lebensversicherer haben ihre Überschussbeteiligung für klassische Rentenversicherungen mit Blick auf 2020 gesenkt. Das geht aus einer Übersicht der Zinsdeklarationen hervor, die der Ratingagentur Assekurata vorliegen.

Die Durchschnittsverzinsung liegt demnach umgerechnet bei 2,26 Prozent. Das macht ein Minus von 0,16 Prozentpunkten im Vergleich zu 2019 (2,42 Prozent). Immerhin: Die übrigen 15 Versicherer hielten die laufende Verzinsung konstant – lediglich die Athora Leben hat ihre Überschussbeteiligung auf 2,75 Prozent erhöht. 

Zu einem geringfügig anderen Gesamtbild kommt eine Auswertung durch das „Hamburger Abendblatt“ (kostenpflichtig). Die Zeitung hat nach eigenen Angaben 40 führende Versicherungsgesellschaften in Deutschland nach ihren Überschussbeteiligungen für 2020 befragt. Demnach fiel die Überschussbeteiligung um 0,14 Prozentpunkte von 3,37 Prozent in 2019 auf nunmehr 2,23 Prozent.

So lauten die Werte im Detail:

Die laufende Verzinsung von Branchenprimus Allianz liegt für klassische Rentenpolicen seit dem Jahreswechsel bei 2,5 Prozent, zuvor bei 2,8 Prozent (wir berichteten). Unter die 2-Prozent-Marke rutschten unter anderem Debeka, Gothaer, Helvetia sowie die Öffentliche Versicherung Oldenburg. Die größte Veränderung nach unten vermeldete die VGH Provinzial Hannover: Seit 2020 gibt es hier nur noch 2,0 Prozent; vorher waren es 2,5 Prozent.

Wichtig ist allerdings, dass viele Kunden einen Garantiezins gutgeschrieben bekommen, der teils deutlich oberhalb der aktuellen Durchschnittsverzinsung liegt. So gibt es im Markt nach wie vor Altverträge, die einen Garantiezins von 4 Prozent aufweisen. Für Neuverträge gilt aktuell nur ein Garantiezins von 0,9 Prozent.

Die niedrigste laufende Verzinsung müssen Kunden der Proxalto Lebensversicherung hinnehmen. 1,25 Prozent gibt es hier für Kunden, wenn für sie kein höherer Garantiezins gilt (wir berichteten). Die Proxalto hat nach dem Generali-Run-off im vergangenen Jahr deren rund 4 Millionen Policen übernommen, deren laufende Verzinsung allerdings nicht reduziert.

Grund zur Freude haben insbesondere Kunden der Berliner Ideal Leben: Sie bietet nach wie vor die beste laufende Verzinsung am Markt: 3,3 Prozent. Der Grund: In ihren Kapitalanlagen befindet sich ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Immobilien von satten 24 Prozent. Zum Vergleich: Der allgemeine Immobilienanteil der Branche liegt bei nur 3,3 Prozent.

Aber auch bei der Axa (2,9 Prozent), Deutschen Ärzteversicherung (2,9 Prozent), DEVK (2,7 Prozent), Ergo Vorsorge (rund 2,6 Prozent) Europa (2,6 Prozent) und Provinzial Rheinland (2,6 Prozent) sind die laufenden Verzinsungen in diesem Jahr überdurchschnittlich hoch.

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!