Thomas Wiesemann, Vorstand Maklervertrieb der Allianz Privaten Krankenversicherung und Allianz Lebensversicherung © Allianz
  • Von Lorenz Klein
  • 05.08.2022 um 10:52
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Arbeitgeber würden sich schnell für eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) begeistern, sobald sie mehr darüber hörten, berichtet Thomas Wiesemann – zugleich sei das Thema bKV oft noch neu für Vermittler. Wie der Vorstand Maklervertrieb der Allianz das Marktpotenzial einschätzt und ob die bKV dazu taugt, Defizite im Gesundheitssystem auszugleichen, erklärt er im Interview.

Pfefferminzia: Rund 17.500 Unternehmen sorgen inzwischen über eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) für die Gesundheit ihrer Belegschaft vor. Damit hat sich die Zahl der bKV-Teilnehmer zwar seit 2015 vervierfacht – gemessen an den rund 3 Millionen steuerpflichtigen Unternehmen in Deutschland erscheint die Verbreitung der bKV aber nach wie vor gering. Welche Ziele hat sich die Allianz vor diesem Hintergrund im bKV-Vertrieb gesteckt?

Thomas Wiesemann: Es gibt bei der bKV noch ein großes Potenzial an Unternehmen, die wir erreichen können – und das Wachstum ist auch dieses Jahr sehr stark. Wir beobachten immer wieder, wie schnell sich Arbeitgeber für eine bKV begeistern, sobald sie mehr darüber hören. Aus Gesprächen wissen wir aber auch, dass das Thema bKV für Vermittler oft noch neu ist. Daher unterstützen wir im Vertrieb in allen Phasen der Kundengewinnung: Wir begleiten Vermittlerinnen und Vermittler von der ersten Ansprache der Firmenkunden über den Abschluss des Vertrages bis hin zur Information der Belegschaft über den neuen Service ihres Arbeitgebers – auf Wunsch auch vor Ort.

Laut einer aktuellen Studie der Allianz steht mehr als die Hälfte der Firmen, 54 Prozent, die noch keine bKV anbieten, dem Konzept offen gegenüber, beschäftigt sich konkret damit oder plant sogar bereits, eine abzuschließen. Was braucht es produktseitig, um zögerliche Unternehmen zu überzeugen?

Für Arbeitgeber muss eine bKV maximal transparent und einfach sein. Wir haben daher Tarife mit Einheitsbeiträgen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, unabhängig von ihrem Alter. Das alles ohne Risikoprüfung, Zahnstaffeln oder Wartezeiten. Gefragt ist außerdem eine breite Produktpalette, aus der sich Arbeitgeber ihre individuelle bKV zusammenstellen können. Sie bestimmen, was am besten zu ihrem Unternehmen und ihrer Belegschaft passt, ob Baustein- oder Budgetmodell – oder eine Kombination aus beidem. Und es ist wichtig, Firmenkunden zu signalisieren, auch nach dem Abschluss für sie da zu sein: 14 bKV-Spezialisten der Allianz stehen Vermittlerinnen, Vermittlern und Arbeitgebern bei allen Fragen zur Seite. Auch, wenn es um die steuer- und arbeitsrechtliche Behandlung der bKV geht.

Die finanziellen Sorgen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nehmen wieder zu – so erwartet der GKV-Spitzenverband für das kommende Jahr ein Defizit von 17 Milliarden Euro. Inwieweit erwarten Sie sich als privates Versicherungsunternehmen angesichts dieser Entwicklung weitere Maßnahmen durch den Gesetzgeber, um die bKV als Unterstützungsangebot zur GKV zu stärken?

Wenn möglichst viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine bKV anbieten, würde das die Gesundheitsversorgung in Deutschland weiter stärken. Die kollektive Versorgung über den Arbeitgeber ist dabei besonders effizient, ähnlich wie in der betrieblichen Altersversorgung. Eine eigene Förderung für die bKV könnte deshalb perspektivisch ein wichtiger Schritt sein. Letztlich geht es auch hier darum, das Gesundheitssystem in Deutschland zukunfts-und demografiefest zu machen.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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