Skurrile Schadensfälle Welche Versicherung zahlt eigentlich bei Kuhleasing und Gülle-Katastrophen?

© Getty Images

Ein Bauer aus dem Sauerland sorgt in seiner Region für ordentlich Gesprächsstoff. Erst least er Milchkühe, die er dann unerlaubterweise schlachtet. Außerdem wird er verdächtigt, einen Gülle-Schaden in Millionenhöhe verursacht zu haben. Möglicherweise muss dafür seine Versicherung aufkommen.

Was war geschehen?

Ein Bauer entschließt sich dazu, 90 Milchkühe bei einem Unternehmen aus Wismar zu leasen. Kostenpunkt: 4.000 Euro – im Monat. 2014 kann der Landwirt die Raten nicht mehr bezahlen. Zwei Mitarbeiter des Leasingunternehmens kommen daraufhin vorbei, um sich vor Ort einen Überblick über die Lage zu verschaffen.

Dabei fällt auf: Von den 90 Kühen sind nur 34 nicht mehr da. 16 Kühe hat der Landwirt schlachten lassen, der Rest sei verstorben, meint der Bauer. Das Unternehmen verklagt daraufhin den Bauern.

Das Urteil

Das Amtsgericht Lüdenscheid verurteilt den Landwirt wegen „Veruntreuender Unterschlagung“ in 16 Fällen. Er muss eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro zahlen. Die Begründung: Geleaste Kühe dürfen ohne Absprache mit dem Eigentümer nicht einfach so geschlachtet werden.

Und dem Bauer dürfte weiterer Ärger drohen. Er wird nämlich auch verdächtigt, 1,7 Millionen Liter Gülle in die Neyetalsperre geleitet zu haben. Die Gülle war aus einem Tank des Landwirtes in den Neyebach und dann in die Talsperre geflossen; die Strafverfolger gehen davon aus, dass der Landwirt selbst die Schieber des Gülletanks öffnete. Dieser streitet das aber vehement ab und spricht von Sabotage.

Güllekatastrophe mit hohen finanziellen Folgen

Auf jeden Fall geht es hier um richtig viel Geld. Die Schadenssumme, die die Stadtwerke vom Bauern beziehungsweise von seiner Versicherung verlangen, liegt im sechsstelligen Bereich. Einmal musste die Versicherung schon ran. Bereits im November 2014 war Gülle vom Hof des Mannes in die Neye geflossen. Wie viel Geld sie dafür bekamen, sagen die Stadtwerke nicht. „Es war ein vergleichsweise kleiner Betrag“, heißt es.
Versicherer zahlt 150.000 Euro aus „Kulanz“: Wie es nach der „Gülle-Welle“ in Engstingen weitergeht
Versicherer zahlt 150.000 Euro aus „Kulanz“ Wie es nach der „Gülle-Welle“ in Engstingen weitergeht

Am vergangenen Montag berichteten wir über eine „Gülle-Welle“, die sich nach einem Leck in einer Biogasanlage ins Industriegebiet des kleinen Ortes Engstingen ergoss. Wer für den beträchtlichen Sachschaden aufkommt, war dabei zunächst nicht klar. Nun kommt Bewegung in den Fall – auch aufgrund der Kulanzleistung eines Versicherers. mehr...

Ranking: Die zehn beliebtesten Versicherungen der Deutschen
Ranking Die zehn beliebtesten Versicherungen der Deutschen

Ob Tierhalterhaftpflichtversicherung oder Insassenunfallversicherung – die Möglichkeiten für Verbraucher, sich privat abzusichern, sind breit gefächert. Welche Policen bei den Bundesbürgern am häufigsten in der Schublade liegen, verrät Ihnen die Top-Ten-Liste. mehr...

Studie zu D&O-Policen: Manager erwarten steigendes Haftungsrisiko
Studie zu D&O-Policen Manager erwarten steigendes Haftungsrisiko

Manager großer Unternehmen geraten angesichts der Zunahme von Schadenersatzklagen und verschärfter Gesetze mehr und mehr in die Bredouille. Vier von zehn Geschäftsführern sehen bei Schadenersatzklagen nun ein deutlich höheres Risiko als noch vor einem Jahr – und so wächst auch die Nachfrage nach Manager-Haftpflichtversicherungen stark an. Das zeigt eine aktuelle Studie des Versicherers VOV. mehr...

Neu: WhatsApp-Service
© by WhatsBroadcast