Kommentar Beiträge in der PKV steigen, Mitleid ist trotzdem nicht angebracht

Ein Arzt beim Operieren.
Ein Arzt beim Operieren. © dpa/picture alliance

Bei manchen Anbietern steigen die Beiträge für die private Krankenversicherung (PKV) derzeit kräftig. Grund genug, um mit den Betroffenen Mitleid zu haben? Nein, meint Journalist Marc Beise in seinem Kommentar.

Wachsende Ausgaben und niedrige Zinsen sind die Hauptgründe, warum es in der privaten Krankenversicherung zu zum Teil erheblichen Anpassungen um 150 Euro monatlich kommt. Denn anders als die gesetzlichen Krankenkassen legen die privaten Anbieter das Geld ihrer Kunden am Kapitalmarkt an. Und dort gibt es, zumindest bei sicheren Anlagen, derzeit kaum auskömmliche Renditen.



Panik sei trotzdem nicht angesagt, schreibt Journalist Marc Beise in der Süddeutschen Zeitung. Je nach Vertragsgestaltung seien von den Erhöhungen schließlich nicht alle gleichermaßen betroffen, außerdem könne sich das Zinsniveau irgendwann ja auch wieder drehen. Ein Schnäppchen sei die PKV heutzutage aber nicht mehr.

Auch Mitleid mit den Betroffenen findet Beise unangebracht. Schließlich habe keiner die Leute gezwungen, in die PKV einzutreten. Auch seien die neuerlichen Erhöhungen kein Grund, die allgemeine Diskussion um eine Bürgerversicherung wieder anzufachen. Wettbewerb, wenn er denn funktioniere, sei schließlich immer noch die beste Garantie dafür, dass der Bürger am Ende gut bedient werde. Beise: „Selbst wenn mancher Privatversicherte das im Moment ganz anders sieht.“
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