Naturkatastrophen sind mittlerweile messbare Realität. Das erste Halbjahr 2025 liefert erneut einen eindrücklichen Beweis: Extreme Wetterereignisse haben weltweit Schäden in Höhe von rund 131 Milliarden US-Dollar verursacht. Davon waren etwa 80 Milliarden US-Dollar versichert – ein Wert, der deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahrzehnte liegt und die zweithöchsten Halbjahreswerte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1980 darstellt. Diese Zahlen berichtet der Rückversicherer Munich Re.
Besonders alarmierend: Wetterbedingte Katastrophen machten 88 Prozent der Gesamtschäden und sogar 98 Prozent der versicherten Schäden aus. Auf Erdbeben entfielen die restlichen 12 beziehungsweise 2 Prozent.
Diese Zahlen zeigen deutlich: Der Klimawandel verstärkt bestehende Risiken und bringt neue Dynamiken mit sich. Vor allem Brände, Stürme und Überschwemmungen treten häufiger und intensiver auf, mit teils katastrophalen Folgen für Mensch, Umwelt und Wirtschaft.
Der bislang folgenschwerste Vorfall des Jahres ereignete sich Anfang Januar in Kalifornien: Busch- und Waldbrände im Großraum Los Angeles verursachten Schäden in Höhe von rund 53 Milliarden US-Dollar. Davon waren 40 Milliarden US-Dollar versichert. Noch nie zuvor haben Waldbrände derart hohe Verluste angerichtet. Tragischerweise kamen 29 Menschen ums Leben.
Die Ursachen für das katastrophale Feuer lagen in einer Kombination aus klimatischen und geologischen Faktoren: Die übliche Regenzeit in Südkalifornien fiel im Winter 2024/2025 nahezu komplett aus. In den Vorjahren hatten intensive Niederschläge das Pflanzenwachstum gefördert. So standen große Mengen trockener, leicht entzündlicher Vegetation bereit. Verstärkt wurden die Brände durch die für die Jahreszeit typischen Santa-Ana-Winde. Sie trieben Funken wie Brandbeschleuniger durch die Siedlungen.
„Starke Winde sind in Kalifornien in der kalten Jahreszeit üblich. Gleichzeitig verlängert sich tendenziell die Waldbrandsaison, weil in den kühlen Monaten öfter wenig Niederschlag fällt. Also treffen die Brandbeschleuniger Trockenheit und starker Wind häufiger zusammen. Dann braucht es nur noch einen Funken an der falschen Stelle, und die Katastrophe ist da„, erklärt Chefklimatologe Tobias Grimm.
Welches Extremwetter unter anderem in Deutschland 2025 die meisten Schäden angerichtet hat, lesen Sie auf der zweiten Seite.
Auch Europa blieb 2025 nicht verschont. Besonders auffällig war eine Unwetterserie im Juni: Sie traf mit heftigen Hagelstürmen vor allem Deutschland, Frankreich und Österreich. Die Schäden beliefen sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Davon waren rund 0,8 Milliarden US-Dollar versichert.
Ein eindrückliches Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen lieferte ein Bergsturz im Schweizer Kanton Wallis. Am 28. Mai lösten sich am Kleinen Nesthorn Millionen Tonnen Schutt und Eis. Das Gletscherbett und der Permafrost waren durch die Erderwärmung instabil geworden. Das zuvor evakuierte Dorf Blatten wurde fast vollständig verschüttet. Der Gesamtschaden liegt bei etwa 0,5 Milliarden US-Dollar, wovon 0,4 Milliarden US-Dollar versichert waren.
Nicht nur Wetterextreme, auch geophysikalische Ereignisse führten im ersten Halbjahr 2025 zu dramatischen Folgen. Am 28. März erschütterte ein heftiges Erdbeben Myanmar. Etwa 4.500 Menschen verloren dabei ihr Leben. Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf rund 12 Milliarden US-Dollar. Der versicherte Anteil ist jedoch verschwindend gering. Das sehen die Experten von Munich Re als deutlichen Hinweis auf die niedrige Versicherungsdichte in vielen Entwicklungsländern.
Nach dem Rekordjahr 2024 ist auch 2025 auf dem Weg, eines der wärmsten seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen zu werden. Laut der US-Wetterbehörde NOAA lagen die globalen Durchschnittstemperaturen zwischen Januar und Juni im Schnitt rund 1,4 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau.
Der Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und zunehmenden Extremwetterereignissen ist wissenschaftlich belegt. Viele Studien zeigen, dass sich das Risiko für Dürren, Hitzewellen, Starkregen, Überschwemmungen und Brände durch den Klimawandel deutlich erhöht hat – und weiter steigen wird.
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